Brett Anderson – Wilderness

von Matze am 25. Oktober 2008

in Musik!

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1993 versank Madchester in einem Meer von E’s und Whizz. Im gleichen Jahr veröffentlichten Suede ihr Debüt-Album und leiteten mit diesem Gegenentwurf zum Grunge die Ära des Brit-Pop ein. Schon ein Jahr später waren sie Nebendarsteller in der Bewegung, die sie mitbegründeten. Zu Unrecht. 2003 schließlich gaben sie ihre Auflösung bekannt. Sänger Brett Anderson war seitdem nicht untätig. Mit „The Tears“ erinnerte er an suede’sche „Coming Up“-Zeiten, auf „Brett Anderson“, seinem ersten Soloalbum, finden sich eher melancholische Töne. Mit seinem aktuellen Werk „Wilderness“ geht er noch einen Schritt weiter.

Fast ausschließlich von Klavier und Streichern begleitet, singt Anderson über Beziehungen und gescheiterte Liebe.

“And all of the birds flew by and the clouds blow away” heißt es im Opener „A Different Place“. Von diesem Optimismus ist bei “Clowns” nicht mehr viel zu spüren (“We’re like clowns tumbled into town now love is on its way down now”). Andersons Songs drehen sich um Sehnsucht, Hoffnung, Streit und Versöhnung. Dabei begibt er sich selten in kitschige Gefilde, da seine Texte authentisch und ehrlich wirken. Angesichts der sparsamen Instrumentierung tat er gut daran die Songs nicht unnötig zu strecken. So beendet er „Wilderness“ nach gut 30 Min mit „P. Marius“.Wenn er singt „Take the bridge over the serpentine and I’ll see you once again“ findet er zum positiven Anfang der Platte zurück, der Kreis schließt sich.

Auch wenn das Adjektiv „reif“ mittlerweile bei jedem zweiten Album minderjähriger Plastikstarletts fällt, hier trifft es ausnahmsweise zu. Brett Anderson beweist Mut, bedient er doch mit „Wilderness“ weder die Suede-Anhänger noch den herkömmlichen James Blunt-Hörer. Platten wird er damit nur schwer verkaufen. Zu Unrecht.

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