Brent Amaker And The Rodeo – Please Stand By

von Hififi am 5. Mai 2011

in Musik!

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Eine Band, als ob sie Quentin Tarantino aus seiner Schatztruhe längst verloren geglaubter, schräg vertonter Sparten-Musik geholt hätte, und sie demnächst das ein oder andere Stück zum nächsten Film besteiern dürfte. Brent Amaker And The Rodeo tragen Cowboyhüte, schwarze Jeanshemden und sehen auch ansonsten so arschcool aus, wie Michael Madsen alias Vic Vega in „Reservoir Dogs“, und da solcherart Gewandt gut mit klischeebeladenem Americana auskommt, kombinieren sie ihn mit Hillbilly und Johnny Cash-Country.

So was passt auch gut zu „Californication“, der großen Hollywood-Saga über die Selbstvergessenheit ihrer Protagonisten, der David Duchovny unverkennbar seinen Stempel aufdrückt und Brent Amaker And The Rodeo dem Ganzen seine musikalische Entsprechung kredenzt. „Please Stand By“ ist dabei so kurzweilig und launig geraten, wie es sich wohl schon vermuten lässt, denn neue Dimensionen werden hier weiß Gott nicht erforscht, aber wenn „Break My Broken Heart“ (fantastischer Titel, oder?) in zwei Minuten den Man in Black auferstehen lässt, sind es einzig die Backing Vocals der Rodeos, die den Unterschied machen. Gutgemacht allemal und sogar ein klein wenig originell. Auf der Habenseite kann „Please Stand By“ ebenfalls seine kurze Spielzeit verbuchen und mit elf Songs plus „Outro“ ist alles gesagt. Oder doch nicht? Die in „U.S.A.“ ertönende Quetschkommode lässt den Schulterschluss zu „Together Through Life“ zu, der letzten Bob Dylan-Scheibe, die gleich mehrmals ein Akkordeon bereit hielt. Noch einmal um die Ecke gedacht, sind Alben wie dieses („Please Stand By“) immer auch eine Verneigung vor den großen Ikonen, und wenn es dann noch einen Spritzer Originalität und einen Schuss Humor zu vermelden gibt, dann könnte es wohl munden. Aber einen Versuch ist es durchaus wehrt, behauptet der Schreiberling.

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