Bob Dylan – Together Through Life

von Hififi am 7. Mai 2009

in Musik!

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Viel wurde schon geschrieben über das Neue Bob Dylan, denn es ist etwas besonderes, wenn sich einer der wichtigsten Musiker noch einmal aufrafft um ein neues Album aufzunehmen. Dabei hat er genau genommen nie etwas anderes gemacht und längst im Altenteil angelangt, vergrößern sich nur die Zeitabstände ein wenig. Knappe drei Jahre nach dem Charterfolg von „Modern Times“ gibt es zehn neue Songs zu begutachten, die so eigenständig wie eigen ausgefallen sind. Alles beim Alten!

Es wirkt manchmal etwas melancholisch, ein wenig – mittlerweile auch stimmlich – an Tom Waits gemahnend, diese „rostige Schwerenöter-Stimme“, die Dylan bereits Anfang der 80er langsam aber sicher bekam, wie ein neues Gesicht, wieder eine Neuerfindung. „Life Is Hard“ ist der Soundtrack zum Waits vs. Dylan-Wechselbalg, das Duett ohne Partner. Davor gibt es einen amtlichen Blues („Beyond Here Lies Nothin’“) mit einem Genre untypischen Akkordeon als Rhythmus-Instrument, an welches sich gleich gewöhnt werden sollte, denn es ist permanent vertreten, immer ein wenig im Hintergrund, nur „My Wife’s Home Town“ bittet zum Solo. Hier trifft dann Seefahrernostalgie auf erdigen Blues-Rock, den Dylan diesmal direkt am Rio Grande serviert, auf welcher Seite der Grenze spielt dabei keine Rolle, ebenso im welchen Jahrzehnt wir uns befinden.

Weshalb die Presse und Fans immer wieder so aus dem Häuschen geraten, wenn der alte Herr alle Jahre wieder ein Album veröffentlicht, als ob es nichts natürlicheres gäbe, ist eine berechtigte Frage. Ich bin mit Dylan aufgewachsen, mein „Bestes Album aller Zeiten“ ist von Dylan: „Blood On The Tracks“. Sein Neuwerk wird sicher nie das in mir auslösen können, wie dieser 70er Jahre-Meilenstein, trotz alledem gibt es mir ein Gefühl von Beständigkeit, dass so lange es ihn gibt einzigartige Musik mit diesen … Texten überleben wird. (Anstelle der drei Punkte lässt sich so einiges einfügen). Mit Dylan verbinde ich unzählige Stunden vor dem Plattenspieler, mit großen Augen Lyrics lesen und versuchen zu verstehen und auch (und das gehört ebenfalls zu dieser Kunstfigur) der Verrat an alten Werten und Weggefährten.

Bob Dylan ist halt einfach eine Legende, die sich nicht erklären lässt, dieses Album ist dabei einfach nur gut, er hat aufgehört sich ständig neu zu erfinden. Er ist jetzt halt einfach nur noch der verschrobene Kauz. Eines war er indes schon immer: Ein Genie.

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Avatar of RockinBen 1 RockinBen Mai 18, 2009 um 11:19 Uhr

Das Album ist mal wieder großartig. Das habe ich so nicht erwartet! Ich bin durch und durch begeistert! Ja, Bob Dylan ist wahrlich ein Genie.

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