Blockflöte des Todes – Wenn Blicke flöten könnten

von Benjamin am 23. April 2010

in Musik!

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Der Künstlername von Matthias Schrei weckt Assoziationen zu den Ärzten (bzw. Farin Urlaub, vgl. Tourname Sonnenblumen of Death), zur musikalischen Früherziehung oder zu den Parteien der DDR. Der Albumtitel lässt einen Wortspieler erahnen. Ein Wortspieler aus Berlin? Da muss man an Funny van Dannen denken.

Deutschsprachige Musik ist ja oft schwierig. Will sie mit den Texten unterhalten, muss sie einen Humor haben, der platt genug ist, von allen verstanden zu werden, aber gleichermaßen mit aberwitzigen Ideen versehen sein, die einen Schmunzeln lassen. Selbstironie ist auch wichtig. Vielleicht sollte der Humor auch zum Nachdenken anregen. Die Blockflöte des Todes hat das alles. Zumindest für mich. Da gibt es Texte über unerreichbaren Sex, z.b. „Mädchenhaarallergie“ (als Traumfrau bleibt nur Sinéad O’Connor), oder über wunderbaren Sex („Die Sache mit der GEZ“; oder „Wir sind Helden“, Zitat: „Wir sind Helden, Helden im Bett, dann ziehen wir uns aus und ich bin Orgasman und du bist Vulvarine“). Aber auch der Verlust des Teddys („Kein Liebeslied für Tina“), die Fernsehsucht („Ziemlich Laut“), Fair-Trade-Koks und vieles andere werden besungen. Das ganze wird serviert mit variantenreich gespielter Akustikklampfe, einigen Percussions, gelegentlichen Bläsern, Banjo und viel Melodie. Wenn ein Ton gesanglich mal nicht getroffen wird, dann gehört das zum Genre. Neben anderen Unterstützern war unter anderem Diane Wiegmann im Studio zu Gast. Sie singt bei „The Happy Happy Disko Lied“ mit. Das Lied ist aber nicht nur deshalb erwähnenswert: Es findet einen Reim auf Chlamydien. „Wenn Blicke flöten könnten“ ist ein unterhaltsames, ein gutes Album geworden, eins mit Gute-Laune-Faktor!

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