BLK JKS – After Robots

von am 5. Oktober 2009

in Musik!

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Wer hat hier eigentlich wen beeinflusst? Aus Johannesburg ab über New York bis in die deutsche Indiedisse um die Ecke? Das geht heutzutage in Zeitraffer und fördert gottseidank immer noch ungeahnte Neuentdeckungen zutage. BLK JKS (gesprochen: Black Jacks) sind junge Afrikaner, auf die sich in Kürze alles stürzen wird, was von sich behaupten möchte, das nächste große Ding entdeckt zu haben. DJ Diplo hat die Jungs als „the sound of a new South Africa“ in den Big Apple geholt. Berührungsängste hatte er nie, sein musikalisches Schaffen schließt schließlich Kooperationen mit MIA, Britney Spears, Santigold bis zu Radiohead und The Dead Weather ein. Und wenn schon seit Jahrzehnten musikalisch Elemente südafrikanischer Kulturen importiert und verwertet werden, wieso nicht langsam mal so etwas wie eine alternative Rockgroup rüberholen, die sich nicht nur jenseits von den in Europa so beliebten Weltmusik-Klischees bewegt, sondern etwas eigenes schafft, das sich zur Abwechslung nicht nur mal selbst was klaut, sondern den Schalter zwischen Schwarz und Weiß einfach so oft umlegt, dass sich das Szenario in komplexe, flirrende Dinger aufteilt, die einen erst einmal die Synapsen rauchen lassen. Produziert wurde die Platte von Brandon Curtis (Secret Machines), der sich in Sachen „Psychedelic Rock Dub“ zwar auskennt, aber hier mit Sicherheit auf die ein oder andere Herausforderung gestoßen ist.

Ausgangspunkt für die Songs auf „After Robots“ ist der Johannesburger Zulu-Blues, obwohl die Bezeichnung ‚Songs‘ hier nicht immer so ganz trifft. Es handelt sich vielfach um kraftvolle rhythmische Schleifen, um ein improvisationsartiges Aufeinanderfolgen von Schichten, die sich vom Nukleus immer weiter entfernen, bis die Songstruktur nahezu außer Sichtweite ist. Als Vergleich fallen einem hier hilfloserweise mal TV On The Radio mal Bloc Party ein, obwohl das hier einfach wesentlich mehr Winkel, Schubladen und kleine tonale Ablagefächer eingebaut bekommen hat, die alle mit den unterschiedlichsten Dingen gefüllt sind: Prog, Rock, Dub, Reggae, Fusion-Jazz, irgendwas Krautiges. Man könnte mit Leichtigkeit eine umfangreiche Dissertation über die unterschiedlichen Einflüsse auf „After Robots“ füllen. Man könnte aber auch einfach mit dem Arsch dazu wackeln. Grenzüberschreitend global, traditionell modern und einfach der heißeste Scheiß, mit dem man sich momentan das Hirn und die Füße verglühen lassen kann. Definitiv eine Band des Jahres 2009!

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