Black Lung – The Soul Consumer

von Pynchon am 20. Januar 2011

in Musik!

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Industrial Noise mit elektronischem Einschlag serviert Black Lung, ein zwei Jahrzehnte altes Projekt des australischen Elektro-Tüftlers David Thrussell. Bereits eine Auswahl der Titel wie etwa „Symphony For The Damned“, „The First Tender Cut“ oder „Succulent Bruises And Bruised Roses“ machen klar, dass hier auch ein wenig die Dark Romantic-Schiene bedient wird, zumindest im Hinblick auf die düstere Ausrichtung der Musik.

Auch wenn es womöglich eine nicht gern gesehene Unsitte ist, aus dem Pressetext zu zitieren, ist Folgendes doch zu köstlich, was da über Mastermind Thrussell verlautbart wird: „David Thrussell first tasted human flesh five years ago, late one night in Kiev, the Ukraine. Since that time Thrussell has been preoccupied by two obsessions – to taste that sweet human flesh again one day…“ Oh, Grundgütiger! Wenn ich sein Werk hier verreiße kann ich nur beten, dass er nicht herausfindet, wo ich wohne…

Aber das alles ist vermutlich nur so eine Art Gothic-Unterwelt-Attitüde, um sich einen gefährlichen Anschein zu geben, vermute ich mal. Abgesehen davon, zum Verreißen ist „The Soul Consumer“, ein durchgängig instrumentelles Album ohne Gesang, im Übrigen keineswegs. Black Lung kreiert einen faszinierenden elektronischen Klangteppich, der mit seinem Industrial-Sound durchaus an Nine Inch Nails erinnert, wenn auch weniger eingängig.

Ich hätte es nicht erwartet, aber selbst mir als Elektro-Skeptiker und renitentem Menscheinfleisch-Verweigerer gefallen die latent beunruhigenden Arrangements aus Bässen und Noise-Spielereien auf „The Soul Consumer“ durchaus ziemlich gut. Vor dem inneren Auge sehe ich einen schäbigen kleinen Club voller verlorener Großstadtseelen (ins beschauliche Kuhdorf passt Black Lung hingegen weniger gut), die über die Tanzfläche driften, bar jeder Hoffnung und dem Moment ergeben. Empfehlenswert!

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