Bitch Magnet – dto.

von Pynchon am 9. Dezember 2011

in Musik!

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Bei Bitch Magnet handelt es sich nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, um den nächsten sensiblen Singer-Songwriter mit Akustikgitarre, der mit zerbrechlicher Stimme seinen Weltschmerz kundtut, sondern um eine Rockband der später 80er, frühen 90er Jahre, die nun anlässlich des All Tomorrow’s Parties Festivals im Dezember diesen Jahres wieder in ursprünglicher Besatzung auftreten wird. Damit nicht genug, werden nun die drei Alben von Bitch Magnet noch mal „remastered and repackeged“ herausgebracht (die da wären: „Star Booty EP“ von 1988, „Umber“ von 1989 und „Ben Hur“ aus dem Jahre 1990), um alte Fans zu erfreuen und sich der neuen Hörerschaft, die erst durch den Grunge Rock oder später so richtig sozialisiert wurde, neu vorzustellen.

Ich gebe zu, ich kannte die Jungs aus Oberlin in Ohio bislang nicht, lausche aber dennoch mit einiger nostalgischer Anwandlung und wachsender Begeisterung dem ursprünglichen, energiegeladenen Sound, der sich zum einen wohltuend von den gelackten Dicke Hose-Rockbands der 80er Jahre mit ihren schwülstigen Posen und glatten Stadion-Mitgrölsongs abhebt und zum anderen schon ziemlich nah dran ist am kurze Zeit später groß auftrumpfenden Indie-Rock á la Sonic Youth, Jane’s Addiction, den Pixies oder Nirvana. Ohne vorschnell Thesen aufstellen zu wollen, die ich schwer argumentativ begründen könnte, aber ich finde, man hört ziemlich schnell den Unterschied heraus zwischen all den Myriaden von so genannten 80s Revival-Bands, die aus einer vergangenen Epoche zitieren, und den Originalen, die ganz einfach authentisch rüberkommen.

Nicht nur authentisch, sondern musikalisch absolut überzeugend rocken Bitch Magnet, die man jetzt unbedingt entdecken sollte, da sie bei weitem frischer und unverbrauchter klingen als das Meiste, was heute als neue Rockentdeckung zu Tode promoted wird. Insofern kann man, wenn man dem Ausspruch „Rock is dead“ zustimmt, durchaus behaupten, dass Bitch Magnet wie eine Reanimierung aus fernen, musikalisch weitaus spannenderen Zeiten klingen (spannender, zumindest was das Rock-Genre anbetrifft).

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1 otic Dezember 9, 2011 um 14:02 Uhr

I LOVE YOU SOOYOUNG PARK!

Ganz tolle Band! Genauso: Seam und ee!

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