Binoculers – Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship

von Hififi am 4. Januar 2011

in Musik!

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Das Artwork für „Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship“ könnte ebenso gut dem gelben Unterseeboot der Fab Four entsprungen sein, die Landschaft ist eben ein wenig absurd (im Sinne von aberwitzig) mit seinen fliegenden Zähnen und dem scharfzahnigen Ruderboot. Was mir wiederum dabei ins Auge fällt ist der Gegensatz der Covergestaltung zum Projektnamen Binoculers: Wenn es doch schon einmal z.B. Doppelfernrohr bedeutet, weshalb wird dem Ruderbootpassagier nur eins fürs rechte Auge spendiert. Und die fliegenden Zähne scannen ebenfalls nur einäugig das Wasser. Und jedes Artwork, das zum Grübeln anregt, ist eins von den guten.

Die Musik von Nadja Rüdebusch lässt sich im Vergleich als eher unspektakulär beschreiben, so minimalistisch wie sie zwölf Songs lang präsentiert wird, lässt sie sich nicht direkt erahnen, der Verpackung nach zu urteilen. Zumeist beschränkt sich die Hamburgerin auf die Gitarre und ihren Gesang, der Parallelen zu ihrer Landsmännin Julia Hummer zieht, sich dabei allerdings heraushören lässt, dass Rüdebusch der Singerei etwas mehr Zeit widmet als Frau Hummer es bisweilen getan hat (die Dame hat schließlich noch einen anderen Job). Kathryn Williams vielleicht, dessen gehauchte Art aber nur angedeutet scheint. Die aufkommende Stimmung zu beschreiben, ist dabei weniger einfach, da durch die Reduktion auf Gitarre (und gelegentlich ein Klavier) sie gelegentlich ein wenig nüchtern scheint, aber nicht weniger warm als z.B. bei Julia Hummer. An Kathryn Williams reicht das zweite Album von Binoculers nicht heran, was eher an der exorbitanten Qualität der Engländerin liegt, aber der Vergleich auf jeden Fall als großes Lob verstanden werden soll.

Dieser Weg ist selbst gewählt, denn „Easy In The Morning“ zeigt durch den Einsatz von Streichern schnell wohin es mit „Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship“ hätte gehen können. Nichtsdestotrotz ist dieses Album ein wahres Kleinod an hörenswerten Folk-Stücken, bescheiden und echt.

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