Bilderbuch – Nelken & Schillinge

von Benjamin am 19. April 2010

in Musik!

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Der seltsame Name der österreichischen Jungspunde erklärt sich, wenn man weiß, dass ihre musikalische Erfahrung mit der Vertonung von Kinderbüchern und Märchen begann. Nun haben sie ein extrem tanzbares Indie-Pop-Album aufgenommen und die Texte sind nicht weniger skurril als die sprechenden Tiere in diversen Märchen.

Musikalisch erinnern Bilderbuch an Franz Ferdinand, Artic Monkeys oder Maximo Park. Auch das Selbstverständnis der Band geht in die Richtung: die Kunstaffinität, surrealistisch und ein wenig exzentrisch. Dabei aber immer mit Blick darauf, dass die Hörer tanzen können. Die Musik vermittelt Spaß und Ausgelassenheit, zumindest solange der Gesang nicht einsetzt. Der ist quengelig und nölig überdreht. Das passt aber wunderbar zum Kunstanspruch, genau wie die häufige Wiederholung einzelner Textzeilen. Das kann durchaus nerven. Wobei einige Songs zum Abhotten in der Indiedisco bestimmt funktionieren, der Opener „Calypso“ beispielsweise. Das Album an sich ist rund, es funktioniert allerdings nur laut, keinesfalls zum Nebenbeihören. Eigentlich könnte man es wunderbar zerreißen, die Band gibt dafür genügend her, vor allem der Pressetext zeugt von maßloser Überschätzung. Auf der anderen Seite der erzeugte Sound durchaus charmant und rockt direkt nach vorn. Nur der letzte Song „Tennisverein“, durchaus ein Liebeslied, ist eher Britpop als Indietanzwütiger Rock. Bilderbuch schaffen es jedenfalls sich ins Gespräch zu bringen und sie werden bestimmt genausoviele Verehrer finden wie Ablehner. Ich schwanke da noch…

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