Bernhoft – Solidarity Breaks

von Hififi am 15. Oktober 2011

in Musik!

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Nehmen wir mal Prince, den kleinen Dött, der für sage und schreibe 120 Euro auftritt. Der einzig wahre 80er Jahre-Held (seitdem Michael Jackson verstorben ist) und Madonna sich in sich selbst verlief. Dann darf der das? Irgendwie ja!

Jarle Bernhoft ist ebenfalls ein kleiner Prince, mit dem ganz großen Pop-Entwurf („Stay With Me“), tja, und darf er das jetzt auch so einfach? Warum eigentlich nicht? Da ist alles drin aus der Prince/ Stevie Wonder-Phase der späten 70er und der frühen Prince meets Disco-Weiterentwicklung. Im Grunde ließe sich alles gut auflegen, aber ein kleines bisschen Demut wäre doch angesagt. „Solidarity Breaks“ steckt eben so voller „Gute-Laune-Soul“, dass es dem Hörer fast gruselig werden muss. Die „Manchmal geht es mir so schlecht“-Ballade fehlt nicht einmal, mir nicht, dir nicht, euch nicht, Bernhoft mag eh aufs große Ganze hinaus, den Soul-Pop in die Jetztzeit retten. Jetzt wäre es wieder an mir, die Ecken und Kanten zu vermissen, die es aber auch wirklich braucht, um mich vollends zu begeistern. Vollkleistern mit Chören, teils mit abstrusen Synthies, und dem vielzitierten Prince-Gesang, das ist dann auch wieder zu wenig. Als ob er das gehört hätte, soll uns der „A Hard Place To Reside“-Blueser vom Gegenteil überzeugen… dazu sage ich nur: The Black Keys („Brothers“), denn so muss bluesiger Soul heutzutage klingen. Selbst ein Song wie „Buzz Aldrin“ angereichert mit Toro Y Moi-Schwurbelkeyboards vermag es nicht mehr zu retten – denn wer mag dem Künstler beim letzten Song schon noch folgen? Ach was soll’s, wieder ein grundrenoviertes Soul-Album, mit (zumindest) zu guter Letzt experimentellen Sounds.

Eben einfach zu viel Zuckerwatte. Destroyer hat es auf eine „Sade-Weise“ vorgeführt, wie die Achtziger klingen können/ sollten, Bernhoft hat die Stunde verpennt – nicht ganz, aber fast.

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