Bell X1 – Blue Lights on the Runway

von Pynchon am 14. Juni 2009

in Musik!

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Nach einem amerikanischen Raketenflugzeug aus den späten vierziger Jahren haben sich die Iren Bell X1 benannt, was als kleiner Bonmot am Rande ja auch nicht schlecht zu wissen ist. Vor allem, wenn es sonst nicht so viel zu erzählen gibt.

Wenn man bedenkt, dass besagtes gleichnamiges Flugzeug einst dazu entwickelt wurde, die Schallmauer im Horizontalflug zu durchbrechen, startet die Band doch überraschend gemächlich in ihr neues, insgesamt drittes Album „Blue Lights on the Runway“. Der Opener „The ribs of a broken umbrella“ ist ein eher unspektakulärer Popsong mit einem monoton sich dahinschleppenden Rhythmus und einigen gefälligen Synthie- Einsprengseln, während „How your heart“ eine immerhin interessante Collage liefert aus elektronischen Elementen wie einer Drum Machine und sanften Piano- und Gitarrenklängen andererseits. Allerdings ist der Song mit über sechs Minuten Spielzeit doch arg lang geraten. Ein Einwand, der bei einem Sufjan Stevens mit seinen Elektro-Tüfteleien natürlich gar nicht erhoben würde – doch dessen Song-Symphonien besitzen natürlich auch viel mehr Substanz.

„The Great Defector“ ist dann doch noch ein erwähnenswertes Highlight auf der Scheibe, eine schöne Reminiszenz an die Talking Heads. Worauf die folgenden Songs dann jedoch wieder in Richtung einschläfernde Piano-Balladen und gefühlstrunkener Popschnulzen dahin treiben. Nicht mal so richtig gefühlskitschig, aber halt sehr gefällig auf eine unschöne Art, ein wenig Herzschmerz und alles ordentlich glatt gefiedelt. Für Fans von John Mayer, Coldplay oder Damien Rice (der übrigens Mitbegründer der Vorgängerband von Bell X1 ist) liefert „Blue Lights…“ eine Menge zum gefühlvoll dahinschunkeln, was nicht verkehrt sein muss, denn auch Coldplay haben natürlich einige richtig gute Songs komponiert. Im Großen und Ganzen versinken Bell X1 trotz guter Ansätze jedoch sehr bald und unaufhaltsam im Treibsand musikalischer Belanglosigkeit.

„A better band“ oder „Light catches your faces“ beispielsweise sind keine grausam missratenen Popsongs, aber Sachen, die man so oder so ganz ähnlich gefühlte dreihunderttausendfünfhundertdreiundzwanzig Mal gehört hat.

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