Beady Eye – Different Gear, Still Speeding

von am 22. März 2011

in Musik!

Post image for Beady Eye – Different Gear, Still Speeding

? > Oasis > The Beatles > Jesus > ?

Nun ist sie also da: die erste Post-Oasis-Full-Length-Veröffentlichung. Und man muss natürlich eine Meinung dazu haben. Madferrit oder fuckin‘ rubbish? Dazwischen geht nicht, oder doch?

Welchen Platz nehmen Beady Eye denn nun in der Gleichung ein? Ganz vorne, ganz hinten, irgendwo dazwischen? Im Vorfeld gab’s natürlich Sprüche galore vom selbst ernannten neuen Mastermind. Fragen zum Thema Oasis entglitschte er mit üblicher Großmäuligkeit: top Songs, top Album, ganz klar! Wer braucht schon Noel?!

Und tatsächlich, „Different Gear, Still Speeding“ scheint auf Anhieb frischer als die letzten Oasis-Outputs. Wirkte die Mancunian-Fraktion zuletzt reichlich altersmüde und stadiongesättigt, gibt es jetzt endlich wieder Druck. Schließlich wäre eine Blamage unerträglich – vor allem, wenn das kommende Album des großen Bruders das Spielfeld 2011 souverän von hinten aufrollen sollte. Also, was bleibt am Ende übrig? Mehr denn je spielt man mit Sixties-Versatzstücken: Lennon, Stones, Young und Co werden zu einer stilgetreuen Collage zusammengebracht. Dabei beweisen die Jungs durchaus Eigenironie in ihrer Zitierwut: Einen Song „Beatles And Stones“ zu nennen und original wie The Whos „My Generation“ klingen zu lassen hat schon was für sich. Überhaupt, The Who: „Different Gear, Still Speeding“ wirkt streckenweise wie ein Lennon-Townshend-Tributalbum. Abgesehen vom bereits erwähnten Rip-Off gibt es unzählige Anleihen an die ehemals lauteste Band der Welt. (Vielleicht erschien es Liam als geeigneter Ausgangspunkt, um sich angemessen zurückzumelden.) „Bring The Light“ hätte mit seinen Nicky-Hopkins-Gedenkpiano nahtlos auf neben „A Legal Matter“ auf das Who Debütalbum gepasst, „Wigwam“ greift ein gutes Stück „Tommy“-Psychedelia auf. Und so weiter. Neu ist ein gewisser Hang zum Glam- und Hardrock der Siebziger Jahre. Schon „Four Letter Word“ haut gleich zu Beginn auf die Bombast-Pauke und „Standing On The Edge Of Noise“ beginnt gar mit einem Aereosmith-Power-Startup. Verzichtet wird komplett auf Elektro-Schnick-Schnack á la „Falling Down“, was der Originalgetreue zusätzlich zugutekommt. Ein paar Liam-Ausfälle gibt es natürlich auch, aber alles in allem bleibt alles im Rahmen, vorausgesetzt, man erwartet nicht allzu viel Poesie in den Lyrics. Die bleiben abgedroschen, aber das gehört eben dazu.

Vielleicht ist die Oasis-Trennung tatsächlich das Beste, was Fans und Gallaghers passieren konnte. In Zukunft gibt es eben die lieb gewonnenen Brit-Rock-Brechstangen weiterhin vom „Kid“. Der große Bruder kann dann seelenruhig an seiner Karriere als zweiter Paul Weller arbeiten.

Share Button

{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 swo März 23, 2011 um 11:07 Uhr

öhm…also nach dem Roller hatte ich mir ehrlich gesagt mehr versprochen. Mehr als okay isses aber nicht. Die Whoanleihen sind wirklich mehr als offensichtlich, jedoch fehlen die großen Refrains. Vielleicht muss ich sie aber noch öfter hören.

2 Hififi März 23, 2011 um 12:11 Uhr

Ich sag mal so: Ich hatte durchaus Schlimmes befürchtet und dafür hat Our Kid sich ganz gut geschlagen. Zu dem ein oder anderen Biere lässt sich das gut hören, aber mit Kopfhörer und einer Prise Ernsthaftigkeit musst du dem Album nicht zu Leibe rücken, soviel steht mal fest.

3 otic März 24, 2011 um 10:48 Uhr

Mir gefällt gerade, dass es weniger Hymne gib und dafür mehr geradeaus geht. Bestes Beispiel ist der schlechteste Song „Kill For A Dream“. *Gääähn*

Previous post:

Next post: