Beach House – Teen Dream

von Pynchon am 25. Februar 2010

in Musik!

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Das Duo Alex Scally und Victoria Legrand aus Baltimore legt mit “Teen Dream” sein insgesamt drittes Album vor, und wer bislang noch nichts von “Beach House” gehört hat, sollte die Gruppe spätestens jetzt kennenlernen, denn im Vergleich mit ihrem bereits in Ansätzen sehr guten Vorgänger „Devotion“ aus 2008 haben sie sich erstaunlich weiterentwickelt und legen nun ein Werk vor, das schlichtweg große Klasse ist!

Als musikalische Referenz fallen mir sofort die verschwisterten New Yorker Bands „Grizzly Bear“ und „Department of Eagles“ ein, was vor allem an der fragilen Intimität und der leicht verschrobenen Entrücktheit der ausgefeilten Kompositionen liegt. Der Titel „Teen Dream“ gibt die träumerische Note der Musik bereits vor, die übrigens in einer alten New Yorker Kirche produziert wurde, nachdem sich Scally und Legrand bewusst aus ihrem gewohnten Umfeld in eine Art Isolation zurückgezogen haben. Das ist der Stoff, aus dem schwermütige Popträume entstehen!

„Teen Dream“ ist ein Album, dem man unbedingt Zeit geben muss. Was beim ersten oder zweiten Hören vielleicht noch etwas flüchtig wirkt und wieder verloren geht, setzt sich bald fest und entwickelt sich zu einem wirklich beeindruckenden Stück Popmusik voller feiner, subtiler Stücke, die Substanz besitzen und einen nicht so schnell loslassen (ganz ehrlich, ich höre seit Tagen nichts anderes mehr). In „Real Love“ hebt Victoria Legrand zerbrechlich wirkende Stimme, zunächst nur begleitet von einem Klavier, an: „I met you somewhere in a hell beneath the stairs. There’s someone in that room that frightens you when they go boom, boom, boom.” Bisweilen werden auch Drum Machine und Keyboard eingebaut, etwa in der an „Fleetwood Mac“ erinnernden Nummer „Norway“, oder in „Walk in the Park“, in dem das Ende einer Beziehung besungen wird. Absolut klasse, welche Wendungen und Entwicklungen die Melodien nehmen und am Ende ein organisches Ganzes ergeben, das genau so zusammenpasst.

Verlust, Ängste und Niedergeschlagenheit sind beherrschende Themen in den Songs, deren Texte etwas geheimnisvoll Abgründiges haben. In „Silver Soul“, einer düsteren Ballade, heisst es: „The bodies lying in the sand, they’re moving in the dark. It is so quick to let us, we’re feeling moved through our skin. It’s a sickness, a manic weakness yeah”. Zu diesem Song, der bei aller Düsternis auf eine verzweifelte Art doch Trost spendet, könnte man hervorragend auf einer Beerdigung tanzen, langsam und innig – wunderschön!

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