Band of Horses – Kulturkirche Köln, 14.04.10

von Hififi am 20. April 2010

in Feierlichkeiten

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Nachdem Tyler Ramsey ein Akustik-Set als Support seiner eigenen Band beendete, wurde ich vor der Kulturkirche gefragt, wie es mir gefallen hätte. Ich hätte die anderen Fleet Foxes vermisst, antwortete ich und war mir sicher einen gelungenen Kalauer geliefert zu haben. Und dann wurde es mir klar, Band of Horses-Fans verstehen keinen Spaß und jedweder Gag über Bandmitglieder wird mit kritischen Blicken bestraft. Ich bleibe dabei; Tyler Ramsey ist die Schnittstelle zwischen reduzierten Fleet Foxes und Mark Kozelek, womit sich doch gut leben lassen sollte. Vielleicht habe ich meinen Fauxpax an dieser Stelle wieder wettmachen können? Ramsey’s Set war aber offensichtlich nicht für jeden interessant und so entstand ein Stimmengewirr, welches überdeutlich vor der Bühne zu hören war. Kirchenakustik halt.

Ich kann die Begeisterung verstehen, die sich Bahn brach als wenig später Band of Horses auf der Bühne erschienen und den zweitbesten deutschen Basketballer aller Zeiten beschworen: „Detlef Schrempf“. Bei „No One’s Gonna Love You“ hält das Auditorium geschlossen den Atem an, um diesen fragilen Moment größtmöglicher Intimität zwischen Künstler und Publikum nicht zu zerstören. Von Ben Bridwell’s anfänglichen Stimmproblemen ist von da an nicht mehr viel zu hören und sein außergewöhnliches Organ reiht sich nahtlos ein in den als fast perfekt zu bezeichnenden Gesamtsound. Drei Gitarren tun da natürlich ihr Übriges. Über die Songs müssen wir hier eigentlich nicht groß diskutieren, den Liedgut wie „The Funeral“ oder „Is There A Ghost“ ist rar gesät und noch dazu geballt auf dem (noch) aktuellen Album „Cease To Begin“ vertreten, dass sie sich eigentlich auflösen müssten um sich nicht zu verschlechtern. Da liegt auch meine Befürchtung, denn die vier oder fünf Songs vom kommenden Album waren mir persönlich dann doch zu Country-lastig. Wenn mit „Song For You“ Gram Parsson gecovert wird, ist eigentlich klar wohin die Reise geht. Bruce Springsteen wartet ebenfalls an der nächsten Ecke um den Weg zum Stadionrock zu ebnen, aber warten wir erst einmal ab. Bisher ist es nur eine Befürchtung und am 14.04.2010 in der Kulturkirche zu Kölle war die Welt jedenfalls noch in Ordnung.

myspace.com/bandofhorses

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 Hififi August 8, 2010 um 02:41 Uhr

Jetzt ist ein wenig später im Kalender und meine Befürchtungen sind Realität geworden. Mit Bruce Springsteen lag ich nicht völlig falsch, oder?

2 RockinBen August 8, 2010 um 11:36 Uhr

Der Bruce ist aber auch eine zweischneidige Angelegenheit! Aus seinem Americana-/Folkrock-Ansatz kann man sich gute Sachen abgucken und feine Musik machen. Man erzeugt aber Langeweile, versucht man eine Kopie des Bosses auf Albumlänge – so ist mein Eindruck. Band of Horses scheinen den Bogen überspannt zu haben…

3 Pynchon August 8, 2010 um 18:53 Uhr

„Factory“ und „Laredo“ sind zwei sehr schöne Songs, aber der Rest des Albums ist wirklich eher mäßig…der Vorgänger war sicher besser, da gehe ich völlig d´accord!

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