Band of Horses – Cease to Begin

von am 1. Mai 2008

in Musik!

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Es gibt verschiedene Gründe eine eigentlich gute Band erst – im Vergleich zur Masse – recht spät zu entdecken. Meiner ist bei Band of Horses aus Seattle ganz einfach, der recht bescheuerte Name schreckte mich immer ab ihnen mal ein Ohr zu schenken. Auch wenn „Band of Horses“ als Name schon ein Fortschritt gegenüber dem alten Namen war, der einfach nur „Horses“ lautete. Als ich dann aber zufällig bei Youtube das Video zu „Is There a Ghost“, dem Eröffnungstrack der Platte sah, war’s um mich geschehen, das Album musste ich haben.

Nachdem sich die Eindrücke inzwischen gelegt haben, das Album immer noch sehr häufig in meinem iPod ausgewählt wird und wir auch schon Fohlen hier besprochen haben, fand ich es an der Zeit „Cease to Begin“ auf dieser Plattform meine Eindrücke vom Album wiederzugeben – nicht zuletzt auch, da über die letzten Monate immer wieder Bands (Grand Archives) und Künstler (Sera Cahoone) aus dem Windschatten der erwachsenen Pferde auftauchten. Wie die Musik der Erstgenannten lässt sich die Musik der Band of Horses zwischen Alt-Country und Folkrock anordnen. Das Ganze immer hochmelodiös, in einigen Songs mit einem Hang zu großen Gesten, in anderen ganz reduziert und zurückhaltend. Der Übersong ist der Opener „Is There a Ghost“, der zwar textlich jetzt nicht wirklich umfangreich geraten ist, dafür aber umso mitreißender, herzerwärmender und süchtig machend. Einer dieser Tracks, die man erst ca. 20 mal auf Repeat laufen lässt, bevor man den Rest des Albums entdecken kann. Die restlichen 9 Tracks müssen sich dennoch nicht hinter dem Opener verstecken, „Ode to LRC“ rockt (also für Folkverhältnisse) angenehm los und lädt wie der größte Teil des Albums zum Mitwippen und -träumen ein. Bemerkenswert dabei die Stimme des Sängers Ben Bridwell, den Gott mit einer hohen, klaren und durchdringenden Stimme gesegnet hat, die auf „Cease to Begin“ noch unterlegt durch ordentlich Hall und im Zusammenspiel mit den anderen Musikern häufig eine wunderschöne gänsehauterzeugende Stimmung erzeugt. Durch genügend Stimmungswechsel, mal rockig, mal folkig stampfend, mal schwelgend, mal romantisch, ist „Band of Horses“ ein Album gelungen, das kurzweilig ist und wie ich feststelle zu jeder Jahreszeit passt. Nach Heavy Rotation im Winter wurde es nun wieder im Frühling verstärkt eingesetzt und es hat seine Wirkung nicht verloren. Erwähnt werden sollte noch der Track „Detlef Schrempf„, der zwar als Hommage benannt ist nach einem Ex-Spieler der Seattle Supersonics, aber inhaltlich überhaupt nichts mit ihm zu tun hat – hätte sicherlich auch gewundert, wenn die Band solch tiefe Gefühle für Detlef Schrempf hegen würde.

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1 RockinBen Juni 4, 2008 um 14:42 Uhr

Dieses Album ist wirklich großartig! Wobei der Song, welcher mir am liebste ist, gar nicht in dieser Rezi erwähnt wird: „Cigarettes, Wedding Bands“! Aber ich glaube, wenn man 5 Personen nach dem liebsten Song des Album fragen würde, würde man 5 Songs genannt bekommen. Tolles Album!

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