Band Of Horses – Astra Berlin, 17.02.2011

von alex am 19. Februar 2011

in Feierlichkeiten

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Nachdem ich vom Türsteher freundlich darauf hingewiesen wurde wo man denn hin müsse („Scheiße man, guck doch, da vorne!“) betrete ich zu den ersten Takten der Vorband das komplett ausverkaufte Astra Kulturhaus in Friedrichshain.

Mundharmonika, Lockenkopf und Gesangsstil von Sänger Mike Noga lassen mich kurz stutzen, ob hier nicht versehentlich ein um vierzig Jahre verjüngter Bob Dylan eingeladen wurde, denn genauso klingen Mike Noga & The Gents. Einige Textzeilen lehnen so auch stark an Dylans „Just Like A Woman“ an. Nichtsdestotrotz, Nogas sympathische Ansagen und das tighte Zusammenspiel der Band wissen in der Tat zu gefallen. Zu den letzten beiden Songs – eines bezeichnenderweise ein Cover von… na wem bloß? – kommt Band Of Horses-Keyboarder Ryan Monroe auf die Bühne. Am Ende wird sich artig bedankt und das Feld für Band Of Horses geräumt.

Diese lassen erstmal eine gute halbe Stunde auf sich warten, bis sie dann – begleitet von einem alten Motown-Song – im Dunkeln die Bühne betreten. Im Hintergrund eine Videoleinwand, die passend zum Artwork der aktuellen Platte „Infinite Arms“ Landschaften zeigt, die sich teilweise mittels eines Morphing-Effekts ineinander umwandeln. Das Set ist von Songs des neuen Albums geprägt. Wie zum Beispiel in „Cigarettes, Wedding Bands“ wo drei Gitarren unisono die Lead-Melodie in der Strophe anstimmen. Das erinnert an Slint, die auf „Spiderland“ mit ähnlichen Effekten spielten. Während McMahan von Slint jedoch düstere Geschichten in den Songs erzählt, hält es Band Of Horses-Sänger Ben Bridwells eher ökonomisch-fröhlich, in dem ein bis zwei Zeilen einfach immer wieder gesungen werden. Durch konsequentes Steigern wirken Stücke wie „Is There A Ghost“ aber trotzdem zu keiner Minute langweilig.

Irgendwann ruft ein junges Mädchen „Ben, I love you“, worauf er nur kühl erwidert, er sei leider bereits verheiratet und das eine solche Aussage doch unhöflich sei. Daraufhin stellt er die Gitarre weg, zündet sich eine Zigarette an und stimmt mit „Detlef Schrempf“ das ruhige Highlight des Abends an. Erwähnung finden sollte an dieser Stelle noch Bassist Bill Reynolds der mit rhythmusfestem Spiel, guter Bühnenpräsenz und ungewöhnlichen Delay-Effekten zu unterhalten wusste.

„Ein erfolgreicher Auftritt“ resümiert Sänger Bridwells zu Ende des Abends. Das kann man in der Tat so stehen lassen.

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Avatar of bkfan 1 bkfan Februar 20, 2011 um 01:36 Uhr

Der Eingangssong war Tenth Avenue Freeze-Out, einer meiner Lieblingssongs von Bruce Springsteen, überhaupt war die Pausenmusik ungewöhnlich gut, so dass mir die halbe Stunde Wartezeit gar nicht auffiel. Ich hatte das riesige Glück die Konzertkarte gewonnen zu haben, denn ich kannte Band of Horses bis dahin noch nicht wirklich, schon als die Band die Bühne betrat, wusste ich, es kann nur super werden und das ist untertrieben, ich bin immer noch begeistert von diesem grandiosen Auftritt. Jetzt habe ich mir die CD´s gekauft, aber ich muss sagen, zum Liveauftritt gar kein Vergleich.
http://www.youtube.com/watch?v=akr70FcTqyA

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Avatar of Sterereo 2 Sterereo Februar 21, 2011 um 15:28 Uhr

Tolle Band und ein sehr schönes Video. Ich frage mich bei sowas allerdings immer: Ist das erlaubt? Dabei gibt es diese “Youtube-Bootlegs” häufig. Gerneral Musikbranchenanwalt zur Infotheke!

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