Bahnhof – Reverse

von Benjamin am 13. Januar 2009

in Musik!

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Mit einem Album, das Fragen aufwirft, eröffnen Bahnhof das Jahr 2009. Wie kommen Dänen dazu, sich Bahnhof zu nennen? Wie schafft es eine Band, so unverschämt nach 80er Pop zu klingen und trotzdem Rock zu sein? Und vor allem: was kann nach einem Opener wie „Call the Police“ kommen?

Eigentlich ist das Album von 2007, da wurde es in Dänemark veröffentlicht. Deutschland darf erst 2009 reinhören. Dabei macht Bahnhof viel, was auch 2007 gefallen hätte: Eine große Portion 80er Melodien wird aufbereitet für die Indietanzflächen. Nicht ganz so aufdringlich wie Maximo Park. Weniger getragen als es Interpol tun. Dazu gibt es Gesang, den wir von A-ha kennen. Die 10 Songs bleiben damit allesamt im Ohr hängen, könnten im Radio laufen und in Clubs. Sie wirken beim Nebenbeihören ebenso wie laut. Wer die Band schlecht finden will, der achtet nur auf die Keyboards und Synthies. Aber die passen eigentlich sehr gut zum Gesamtsound, da sie nicht nur für Effekthascherei eingesetzt werden, sondern die Songs unterstützen und die anderen Instrumente nicht verdrängen.

Mit dem Opener „Call the police“ setzen Bahnhof ihren Hit direkt an den Anfang des Albums. Synthies und Drums dürfen eröffnen und die erste Textzeile „Call the police she said“ zu den Editors-Gitarren und zum Interpol-Bass bleibt im Ohr hängen. Grandios. Die Texte sind hymnisch vorgetragen, aber hier wird keine schöne Welt besungen. Wie in „Ma cité, la cité“, dem anderen Song, der aus dem guten Album heraus sticht: „his pay is good so what does he need? – empathy!“ und das ganze tanzbar aufbereitet, wie es Maximo Park nicht besser machen könnten. Mit Bahnhof betritt also ein weiterer Joy Division Erbe das Rampenlicht, aber diesmal aus einer Affäre mit A-ha.

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