Baaba Kulka – dto.

von Pynchon am 21. Juli 2011

in Musik!

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Oh, Hilfe! Eine polnische Band, die ausschließlich Iron Maiden-Titel covert? Das erfüllt mich nicht mit Vorfreude, um ehrlich zu sein. Mit dem Opener „The Number Of The Beast“ werde ich allerdings zumindest fürs Erste ein wenig beruhigt, denn Baaba Kulka interpretieren Iron Maiden offensichtlich auf ihre ganz eigene, etwas schräge Weise, die dem Metal-Stumpfsinn der Dicke Hose-Barden denkbar fern ist.

Wonach hört sich das nun an? Ziemlich minimalistisch, reduziert, leicht ironisch, von weiblichem Leadgesang dargeboten, bevor dann gegen Ende noch etwas Krach aufkommt, aber eher auf die punkige Art. Das folgende „Wrathchild“ ist eine beschwingte Tanznummer, verspielt von einer Flöte begleitet. Jetzt ist es zwar so, dass die Iron Maiden-Jungs neuesten Erkenntnissen zufolge sehr wohl im stillen Kämmerlein mit Flöte, Harfe und gar Falsettgesang experimentiert haben, vor Publikum jedoch den sanften Kern hinter schriller Pose verbergen mussten und die Gitarren jaulen ließen. Tja, das ist Künstlerpech.

Aber hier natürlich völlig belanglos, da es um Baaba Kulka geht, und die gefallen mir – welch Überraschung – richtig gut. Mit Heavy Metal hat das alles, das wird schnell klar, natürlich nichts zu tun, eher mit experimentellem Pop, ganz schön funky, sparsam elektronisch, durchaus subtil, herrlich einfallsreich und auf sympathische Weise schräg. Und Gaba Kulka, so der Name der Dame am Mikro, hat tatsächlich, das wird spätestens nach drei, vier Songs deutlich, eine tolle Stimme, sehr vielseitig und mit viel Bossa Nova-Charme.

Ich verspreche hoffentlich nicht zuviel, wenn ich einfach mal behaupte, dass Baaba Kulka sogar Guns n‘ Roses covern könnten und es klänge saugut!

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