Avantasia – Lost In Space Part I & II

von JonesKorn am 11. Dezember 2007

in Musik!

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Fünf Jahre hat es gedauert, bis das von Edguy Frontmann Tobias Sammet ins Leben gerufene Projekt Avantasia nach der großartigen zweiteiligen „Metal Opera“ mit neuer Musik und neuen Geschichten wieder auf sich aufmerksam macht. Fünf Jahre, und wieder ist es gelungen einige namhafte Musikerkollegen ins Boot zu holen um dieses Mal mit „Lost In Space – Part I“ und „Part II“ zwei feine EPs herauszubringen, die einen ersten Vorgeschmack auf den 2008 erscheinenden Langspieler „The Scarecrow“ bieten sollen.

Der titelgebende Track, der auf beiden EPs in gleicher Version enthalten ist und je als Opener dient, wird denn auch gesanglich wieder von Amanda Somerville unterstützt, die bereits auf den „Metal Opera“ Alben zu hören war, die Autorin von Ainas „Days Of Rising Doom“ (ebenfalls eine Metaloper) ist und die bereits für viele Bands unterstützend das Mikro zur Hand genommen hat (u.a. für Edguy, After Forever, Mob Rules und Kamelot). Hier wird jedoch kein Power Metal Geballer losgelassen, vielmehr handelt es sich um einen ruhigen, balladenartigen Titel. Nicht wenig verwunderlich, dass dieser etwas harmlose Titel auf Platz neun der deutschen (Media Control) Singlecharts eingestiegen ist.

Lied Nummer zwei des ersten Teils ist ein Cover von ABBAs „Lay all your love on me“. Interessant allemal, aber es hat schon stärkere ABBA Coverversionen von Metalbands gegeben. Besser gefällt da der heimliche Höhepunkt „Another angel down“, der schon eher die Erwartungen an einen Metalsong erfüllt, an dem neben Sammet auch Jorn Lande (u.a. durch Masterplan bekannt) mitwirkt und der ebenso wie „Lost in space“ auch auf „The Scarecrow“ vertreten sein wird. Vorsicht ist geboten, das Teil kann ganz klar für reichlich Nackenschmerzen sorgen.

„The story ain’t over“ erinnert dann sehr an Meat Loaf Chartsongs, was nicht nur durch Somervilles weibliche Gesangparts hervorgerufen wird, auch Bob Catley (Sänger bei Magnum) tut sein übriges hierfür. Das instrumentale „Return to Avantasia“ ist in einer viel zu kurzen dreiviertel Minute abgehandelt, der letzte Titel der EP („Ride the sky“) erinnert dann streckenweise an Led Zeppelin, was wohl mit darin begründet liegt, dass es sich hier abermals um ein Cover handelt. Dieses Mal ist das Original von Lucifer’s Friend, denen man durchaus Nähen zu Led Zeppelin und Black Sabbath nachsagt. Die passenden Vocals werden von Eric Singer (der für KISS die Drumsticks wirbeln lässt und das auch mal für Black Sabbath tat) geliefert. Ein stimmiger Abschluss der ersten EP.

Teil zwei bietet neben der bereits bekannten Version von „Lost in space“ noch eine Studio-Akustik-Version, die mir deutlich besser gefällt als das Original. Es kommt bei „Promised land“ wieder Jorn Lande zum Zuge – dieses Mal mit Michael Kiske (u.a. Helloween) und seiner wundervoll-imposanten Stimme (die hier aber nur wenig zur Geltung kommt) an seiner Seite. Ein Duett, bei dem man sich fragt, warum es nicht öfters gemeinsam aufnimmt. Das Ultravox Cover „Dancing with tears in my eyes“ lässt sich sehr schön anhören, kann aber das Original bei weitem nicht erreichen. „Scary eyes“ hat da schon mehr Potential und zeigt noch einmal die rockigere Seite dieses Zweiteilers, bevor wieder ausruhen angesagt ist. Mit „In my defense“, das bereits von Freddie Mercury zum besten gegeben wurde, zaubert Tobi Sammet unweigerlich eine leichte Gänsehaut auf die nietenarmbandbereiften Arme; das meines Erachtens beste Coverstück auf diesen EPs. Den Schluss bildet die bereits erwähnte akustische Variante von „Lost in space“.

Viele der Gastmusiker werden auch auf dem am 25. Januar 2008 erscheinenden Album vertreten sein und man darf neugierig bleiben, ob dieses Album einen ebensolchen musikalischen Bogen vom Power Metal über Hard Rock bis zum fast poppigen Rock spannt, wie die EPs dies tun.

Abschließend noch der Hinweis, dass die „Metal Opera“ 2008 auf dem Wacken Open Air ein erstes Mal live gespielt wird.

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