Audioslave – Out Of Exile

von Hififi am 11. September 2005

in Musik!

Ich habe wirklich versucht sie zu mögen, schließlich sind bei Audioslave mit Chris Cornell und Tom Morello zwei Helden meiner Jugend dabei. Aber wer die Grabstätten der eigenen Bands so schändet, und selbst auf dem zweiten Album wieder den gleichen debilen Altherrenrock des Vorgängers aufwärmt, der gehört nicht geschont.

Das Rezept: Die Morelloschen Power-Riffs (natürlich alle schon mal gehört) und Cornells (zugegebenermaßen genialer) Kratzbürsten-Gesang, ergeben eine bombensichere Mischung, der sich Rage Against The Machine- und Soundgarden-Fans anscheinend nicht entziehen können. Irgendwie kann man es ihnen nicht einmal verübeln, aber die zwölf neuen Songs kommen so altbacken, uninspiriert und vielleicht sogar konstruiert daher, dass es einem glatt die Sprache verschlägt. Harmlose Rockmusik bahnt sich ihren unaufhaltsamen Weg in die Gehörgänge, genau das ist ja das schlimme: Dieses Album ist so offensichtlich radiotauglich, man kann sich nicht dagegen wehren. Mit einem „Be youself is all that you can do“ im Ohr schnappt man sich einen Rosamunde Pilcher-Roman und macht sich nen Liter Faxe auf…

Vier ehemalige Ausnahmemusiker reiten den Geldesel und scheinen es noch nicht einmal zu merken. Auf „Out of Exile“ hat die Welt ebenso sehr gewartet wie auf die nächste Mötley Crüe-Platte.

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1 Sterereo September 11, 2005 um 22:37 Uhr

Da kann man aber durchaus anderere Meinung sein, und der bin ich!

Nachdem sich diese Super-Band gegründet hat, machen sie damit weiter womit sie damals in ihren alten Bands aufgehört haben: Großartige Musik. Das Debüt war damals ein geniales Album was Morellos Gitarre und Cornells Gesang zusammengeführt hat. Und das Prinzip funktioniert für mich immer noch. Mag sein, dass die Single ein wenig poppig geraten ist, aber so einen muss auf einer Runden RockLP sein! Es darf doch keinem Song eingängigkeit vorgeworfen werden.
Außerdem ist dass, was Morello da wieder einmal macht keineswegs schonmal gehört, nachzuhören in „Out Of Exile“-das Lied. Weiter zusammengewachsen ist die Band auch noch, und somit noch großartiger geworden, oder wo gab es vorher schon die Perle „Doesn’t Remind Me“? Ich will sie hier nicht übermäßig lobhudeln, aber wer nach-wie-vor solche LPs produziert ist nicht umsonst im Rock-Olymp. Ich für meinen Teil hab „Out Of Exile“ zwar nicht so exessiv gehört wie die Erste, aber der Zauber ist noch da.

2 swo September 13, 2005 um 16:59 Uhr

neieeeen…kann man natürlich sein…darf man aber nicht. ist langweilig und platt. nur weil man mal ein paar helle jahre im leben hatte, sollten sie kein unnötig schönes licht auf die dunkelen werfen (ja ich weiss ich bin ein poet…..argh). rückschritt ist ja bekanntlich kein fortschritt. ich denke das hat aber auch was mit den verschiedenen generationen zu tun. wenn man bei soundgarden und rage quasi live dabei war bzw. zu der zeit schon musik gehört hat, dann ist dass schon anders als wenn man sich in eine oft überglorifizierende vergangenheit denken muss.
aber hören darfste se natürlich:-)

3 Sterereo September 13, 2005 um 17:22 Uhr

Hast wahrscheinlich recht. Wenn meine Leute und ich die Musik von Rage oder Soundgarden hören denken wir natürlich: Wo sind sie hin? Und wenn sie dann auftauchen und solche Musik machen sind wir da sicherlich weniger voreingenommen. 🙂

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