Asaf Avidan & The Mojos – Forum Bielefeld, 05.05.2011

von Hififi am 15. Mai 2011

in Feierlichkeiten

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Es ist schön zu sehen, wie sich die Live-Qualitäten der Israelis in Bielefeld herumgesprochen haben, denn der immerhin dritte Auftritt innerhalb zweier Jahre ist mit ca. 400 Besuchern überraschend gut besucht. Auch wenn Asaf Avidan & The Mojos in ihrer Heimat bereits Starruhm genießen, sind sie in Deutschland nachwievor eher unbekannt. Was Mund zu Mund-Propaganda manchmal bewirken kann, zeigt sich hier.

Streng genommen, umso erstaunlicher, denn Avidans Stilmix aus Blues, Folk und Rock hält keine besonderen Neuerungen bereit, muss es also die Falsettstimme und das hervorragende Songwriting des 31-Jährigen sein. Jetzt lassen sich die Vorlieben dieser Band und ihres Vorstehers gut auseinanderdividieren, wenn das Set mit Folkstücken von „The Reckoning“ beginnt und insbesondere im Mittelteil die Bluesrocker von „Poor Boy/ Lucky Man“ den Ton angeben. Dafür setzt sich Asaf Avidan ans E-Piano und eröffnet mit „Small Change Girl“ eine Art Medley, wie es die Doors sicher ähnlich inszeniert hätten – mal leise, mal eruptiv und mit einem kreischenden Avidan, der die Janis Joplin-Vergleiche wieder einmal zur Gänze bestätigt. Hadas Kleinmann (mittlerweile erblondet) und ihr Cello weichen für ca. 20 Minuten, sie feiert (allerdings ohne Cello) aber ein Comeback an der Whiskyflasche, die als Percussion-Instrument zweckentfremdet wird.

Und selbstverständlich darf die Geschichte von König David nicht fehlen, was vielleicht nicht unbedingt jedes Mal spannend ist, er aber diese Geschichte mit seinem Leben verbindet. Es geht um Verrat und es geht um Frauen, eben Dinge, die der Blues nun einmal benötigt, um sich in Selbstmitleid zu suhlen. Nach knappen zwei Stunden und zwei Zugaben ist Schicht im Schacht, und von nun an lässt sich diskutieren, ob dieses Konzert nicht vielleicht doch ein wenig zu professionell und durchgestylt war. Aber egal, Asaf Avidan ist ein Entertainer und macht seine Sache gut, das steht zudem felsenfest. Ein ganz klarer Wehmutstropfen zudem das Fehlen von „Maybe You Are“ – der Herr kann es wahrscheinlich nicht mehr hören, geschweige denn spielen, aber ich, ich mag es hören (kann es nur leider nicht spielen).

Fotos: Jörg Rambow

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