Art Brut – Ringlokschuppen Bielefeld, 02.10.2007

von Benjamin am 5. Oktober 2007

in Feierlichkeiten

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Art Brut sind live eine Bank. Das wusste ich, aber meine Mitfahrer warn nicht so 100% davon überzeugt. Nun sind sie es. Eine Nachwuchsband aus der Region (Frame of Mind) und die großartigen Indelicates als Vorgruppen, der kleine Saal des Ringlokschuppens als Location und spielfreudige Art Brut waren die schmackhaften Zutaten eines guten Konzertabends.

Frame of Mind begannen pünktlich und spielten solide Hausmannskost. Nichts besonderes, ganz ok, aber so richtig machten die drei mit ihrem Rock den Zuhörer nicht satt. Vorband eben.

Ganz anders The Indelicates: das elektronische Klavier wird von einer Frau mit einer kraftvollen und klaren Stimme bedient, daneben stand der Sänger und Gitarrist im Outfit eines typischen Indie-Intelektuellen Rolemodels, dazu noch ein wirbelnder Gitarrist, eine reizende Bassistin und ein Drummer. Die fünf betreten die Bühne, starten ein Rockfeuerwerk mit einem gebrüllten 3fachen „Breaking the law“ als Schlachtruf und gehen mal gepflegt ab. Puh, welche Einstimmung. Andere Songs der Band warten mit ruhigeren Passagen auf, wobei sich hier zeigt, dass die beiden auf der Bühne echt gut singen. Die Texte sind auch in den ruhigen Passagen durchaus herb (wunderbarer Kontrast zum Klavier). Als dann noch Eddie Argos für einen kurzen Moment die Bühne betritt und eine Strophe singt wissen alle: Diese Band mit ihrem abwechslungsreichen Indie-Rock muss man sich merken.

Art Brut betreten die Bühne zum Intro von „Pump up the Volume“ und geben richtig Gas. „Bang Bang Rock & Roll“ folgt. Ihr Setlist besteht aus allen Songs der beiden Alben und der B-Seite „These Animal Menswe@r“. Das alles schön gemischt, so das es ein stimmiges Ganzes ergibt. Die Band geht ab, die Gitarristen spielen hingebungsvoll und mit den richtigen Posen zur richtigen Zeit, wobei Jasper der böse Blick bei einem Song durchaus schwer fällt und er selbst lachen muss, Bassistin Freddie grinst vor sich hin und scheint wirklich Spaß an ihrem Bassspiel zu haben und der Drummer steht hinter seinem Drumset. Spätestens als Eddie Argos bei „Modern Art“ im Publikum hüpfend mit seinen Fans abfeiert ist das Eis gebrochen. Er hat dabei sichtlich Spaß – nur als das Mädels aus der ersten Reihe im einen Kuss geben will, verzieht er sein Gesicht. Die Ansagen sind witzig, wie z.B. die Ankündigung den Eurovision Song Contest mit dem Song „St. Pauli“ teilnehmen zu wollen, denn als Englische Band mit französischen Namen und einem deutschen Text wären die Chancen wohl gut. Mit Gestik und Mimik unterstützt der Sänger seine Texte, was spätestens beim Song „Rusted Guns of Milan“ (über die mangelnde Standfestigkeit in der ersten Nacht mit der Freundin) jeden Gast zum Schmunzeln bringt. Mit „Punkrock ist nicht tot“ oder „Popular culture no longer applies to me“ geben die Songs schon genügend Schlachtrufe, aber im Ohr bleibt „Art Brut, Top of the Pops“. Herrlich.

Witzig ist auch die Projektion an die Wand des Ringlokschuppens. Dort werden die aktuellen Lieder angezeigt, einige Hinweise wie „Not a cover“ (bei „I will survive“), „About Jasper“ („Rusted Guns of Milan“), „Clap your Hands“ und „Applause now…“. Zum Ende des Konzert wünscht uns die Anzeige eine Gute Nacht und fragt nach guten Bars der Stadt.

Ein rundes Konzert, es hätten aber mehr Besucher da sein können. Die Band hätte es verdient!

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 Sterereo Oktober 5, 2007 um 16:05 Uhr

Ja, war im ersten Moment recht erschreckend, wie wenig doch an diesem Vor-Feiertag los war! Eintrittspreis mit knappen 20? für so eine große Band mit neuem Album doch geradzu ein Schnäppchen. Naja, Bielefeld, selber Schuld! War ein toller Gig der Brutler. Ordentlich Dampf und Spaß gemacht auf der Bühne, sowie davor. Danke nochmal für die Karte, Nico.

2 JonesKorn Oktober 5, 2007 um 17:26 Uhr

Ahh… zur gleichen Zeit saßen wir im Astoria zu [i]Schmittis Sneak Preview[/i] (es lief „Enttarnt“). Hätten wir das gewusst… 🙁

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