Ariel Pink’s Haunted Graffiti – Before Today

von Hififi am 8. Juni 2010

in Musik!

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Dieses Album ist dermaßen verschwurbelt, dass man sich erst einmal zurechtfinden muss. Verschiedene Arten psychedelischer Popmusik dringen an dein Ohr um gleich um in der nächsten Sekunde schlagartig durch gefällige Folk-Spielereien ersetzt zu werden. Das kann nicht wie aus einem Guss klingen und soll es auch gar nicht, Eklektizismus wird auf „Before Today“ schließlich großgeschrieben und driftet gefälligerweise gelegentlich in Avantgarde-Gefilde ab. Syd Barrett hätte seinen Spaß daran, wenn er denn jemals so wirklich Spaß gehabt haben sollte. Denn der Unterschied wird doch sicher sein, dass Ariel Pink’s Haunted Graffiti konzeptionell nicht bierernst genommen werden wollen. Avantgarde ist schlussendlich doch immer eher eine Bürde gewesen, wo wir wieder bei Syd Barrett wären. Das Dutzend Songs ist eben verschwurbelt im Sinne der High Llamas, etwas befremdlich manchmal und zu keiner Zeit greifbar, was nicht unbedingt gleich ein Manko sein muss. Aus dem Dunstkreis von Animal Collective stammend, mag es ebenso wenig verwundern, wenn gleich der Opener „Hot Budy Rub“ einen völlig verstrahlten Funk abgibt, so wie Mike Patton wohl heutzutage James Brown interpretieren würde. Kurz und knackig auf gerade mal zwei Minuten sechsundzwanzig. Weiter geht es mit The Go! Team treffen Beach Boys-Chöre – und auf die Live-Darbietung kann man doch nun wirklich gespannt sein, oder? Das nur als Beispiel, denn so geht es weiter. 70er-Funk/ Glam/ Disco-Pop wundervoll klar produziert und dieser Form wohl ernsthaft einzigartig und doch vielleicht ein stückweit weniger überfordernd, als es sich vielleicht jetzt liest. Ich jedenfalls finde „Before Today“ bemerkenswert.

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