Arcade Fire – Funeral

von Hififi am 28. Dezember 2005

in Musik!

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„Crazy but true, it´s like nothing else and everything else at the same time” schreibt der englische Kultur-Newsletter Kultureflash über Arcade Fire, einer der größten aktuellen Indie-Hoffnungen aus Kanada. Genauer gesagt aus Montreal, der neuen Hauptstadt des Indie, wie auch Broken Social Scene und Stars. Man kann beide Bands ebenso als Referenz verwenden, wie Talking Heads oder die Flaming Lips, denn der Fünfer klaut sich seine Zutaten in der Musikhistorie zusammen und baut sich und seinen alten Helden ein Denkmal, namens: „Funeral“.

Win Butler und seine Frau Régine Chassagne steuern die Künstler-Komune von insgesamt acht Live-Musikern, die dem Gesamtkonzept live Kontur verleiht, singen und leiden für die Zuhörer, was auch aus den heimischen Lautsprechern deutlich zu hören ist. Affektiert ist das hier nicht, sondern pure vertonte Leidenschaft, zwischen Chanson und Kopfnicker-Rockbombast. Beweis gefällig? Man höre sich die letzten beiden Songs von „Funeral“ hintereinander an; denn „Rebellion (Lies)“ ist gleichzeitig klasse Indie-Rock und potenzielle Hit-Single in einem und „In the Backseat“ hätte auch auf Björks „Debut“ eine gute Figur gemacht. „Neighbourhood 3 (Power out)“ powert sich so richtig aus, gibt Gas und ist somit die rockigste von vier Nachbarschaften. „Neighbourhood 1 (Tunnels)“, der Opener gibt schon mal grob die Richtung vor, bleibt aber ein wenig zurück. Die ganz große Dramatik bricht in Gestalt von „Crown of Love“ über einen herein, trotzdem wirkt hier nichts übertrieben pathetisch, selbst wenn, irgendwie dürfen die das.

Nach einer kurzen aber abwechslungsreichen Reise durch dieses außergewöhnliche Album, steht zumindest eines fest: Kanada muss ein tolles Land sein, wenn es so viele kreative Köpfe auf einem Fleck vereint, die voll den Zeitgeist treffen.

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1 Sterereo Dezember 28, 2005 um 21:38 Uhr

Ja, Kanada ist sicherlich ein tolles Land! Nicht zuletzt, weil ich es ab Mai bereisen werden. Montreal sollte da wohl von Calgary aus zu erreichen sein (naja, eher als Hüllhorst wärend der Zeit, nicht wahr?). Aber vielleicht spielen Arcade Fire mit Vorband Broken Social Scene mal einen Gig in meiner Gegend in Calgary?!

Doch was haben all diese Bands gemeinsam, dass sie mich so verzaubern? Ich denke es ist einfach das frische, experiementierfreudige an der Musik. Stars haben Synties, Geige und Trompete auf der Bühne (ich habs gesehen) und Arcade Fires „Funeral“ ist so fremdartig, dass es genau den Zeitgeist trifft. Verwirrung. Ein wenig Chaos. Es muss dort drüben in der Luft liegen…

2 RockinBen März 24, 2006 um 12:42 Uhr

Hififi schleppte die Band natürlich irgendwann mit zu mir. Beim ersten Mal hören dachte ich, dass das wieder eine dieser zu ruhigen und verqueren Bands ist, die er nun mal gerne hört. Und diese Stimme!? Oh Nein, habe ich gerufen! Aber nun, 3-4 Monate und 4 Mal hören später beginnt, das, was andere Leute mit Sucht nach Arcade Fire beschreiben… Großartiges Album!

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