Arab Strap – Ten Years Of Tears

von am 13. Dezember 2006

in Musik!

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Hier kommt eine Rezension, die alles andere als objektiv sein wird. Sie wurde in Trauer verfasst:

Die wundervollen ARAB STRAP sind nicht mehr. „Ten Years Of Tears“ ist ihr Vermächtnis geworden. Zehn Jahre lang hat Aidan Moffat seinen Liebeskummer mit uns geteilt. Zehn Jahre lang hat er uns Hoffnung gegeben, dass, wenn uns alles im Leben frustriert, wir uns nur selbstmitleidig und männermäßig gründlich besaufen müssen, und schon wird alles besser. In schmerzvollen Details erzählte er aus seinem Leben, windete sich erbärmlich im Sumpf aus Eifersucht, Drogen und dem Gegenteil von Glamour. Schottischer Akzent. zerbrochene Liebe, Lo-Fi-Gerüste mit merkwürdig gemurmeltem Sprechgesang; lange, narrative Texte, in denen es zwar auch um Liebe ging, aber eigentlich nur Ficken gemeint war. „Another bloated disco, another shiff of romance i’ll forget; We promised to ourselves before we came out we’d do something we regret; these people are your friends, this cunted circus never ends; i won’t remeber anything you say“ (aus „The Shy Retirer“) – very explicit Poetry. Pluckernde Beinahe-House-Beats stehen im Kontrast zu Malcolm Middletons schlichter Akkustikgitarre. Das ganze spröde und ungeschmückt ausgebreitet auf einer mit Alkohol und Drogen vollgesogenen Beermat mit Tartanmuster. Wo hätten ARAB STRAP sonst landen können, als bei Glasgows findest Indielabel: Chemikal Underground?

„Ten Years Of Tears“ versucht noch einmal alles zusammenzufassen. Vom ersten unveröffentlichten Demo von „Islands“ aus dem Jahre 1995 bis zur Single-Version von „There Is No Ending“ lässt diese Zusammenstellung gut 10 Jahre Bandgeschichte Revue passieren. Live konnten sie ironische Hard Rock-Klopper wie AC/DCs „You shook me all night long“, oder Bonnie Tylers Herzschmerz-Rocker „It’s a heartache“ in herzerschütternde Poesie verwandeln.

Mit Arab Strap geht eine der großartigsten & ehrlichsten Bands aller Zeiten verloren. Dennoch bleibt Grund zur Hoffnung: Sowohl Malcolm Middleton, als auch Aidan Moffat haben Anfang 2007 ein Soloalbum am Start.

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 swo Dezember 18, 2006 um 15:34 Uhr

bin bei der trauer dabei. mehr als nur ein schöner abend……….

2 RockinBen Februar 6, 2007 um 19:19 Uhr

Hm, die Band ist an mir vorbeigegangen, hat sich aufgelöst und jetzt finde ich Gefallen an ihrer Musik. Ärgerlich.

Übrigens sollte man nicht jeden Link öffnen, wenn man Arab Strap in eine Internetsuchmaschine eingibt 😉

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