Appaloosa – Savana

von Pynchon am 3. April 2010

in Musik!

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Ob die vier italienischen Bandmitglieder von Appaloosa, allesamt Männer übrigens, tatsächlich so große Pferdenarren sind, dass sie sich nach der spanischstämmigen Pferderasse benannt haben, ist vorerst nicht endgültig zu klären. Dass sie gewissermaßen vom Affen gebissen sind, belegt schon mal das Cover ihres neuen Albums namens „Savana“, auf dem die Herrschaften in Affengestalt vor dem Hintergrund einer glutroten, von schwarzen Vogelschwaden durchzogenen Abendsonne abgelichtet sind.

Ganz unbeleckt sind Appaloosa, 1998 in Livorno gegründet, zumindest nicht, haben sie doch schon eine ganze Menge Tour-Erfahrung und unter anderem für Bands wie Karate und Cypress Hill eröffnet. „Savana“ ist eine allergrößtenteils rein instrumental eingespielte Kreuzung aus experimentellen Rock-Funk-Elektroklängen, mit zwei Bässen, elektronischem Schnickschnack und tanzkompatiblen Rhythmus-Wechseln. Bisweilen werden die Gitarren lustvoll geschrabbelt, dass ich unwillkürlich an Sonic Youth denken muss, dann driften die Melodien in Richtung Electro-Trance ab, alles bis zu einem gewissen Grad eingängig und gut hörbar – auch wenn sich vieles doch nach einer Weile etwas verläuft.

Mag es daran liegen, dass mir der Gesang fehlt? Zumindest kann ich mir Appaloosa tatsächlich vor allem als einen wirkungsvollen Konzert-Support vorstellen, der die Wartezeit auf den Hauptact durchaus unterhaltsam vertreibt und den Massen ein wenig einheizt, ohne jedoch selbst abendfüllend zu sein. Einzelne Tracks, wie etwa den Opener „Minimo“, der in einigen Passagen gar Ultravoxs elektronisch-filigrane Kälte verströmt, bevor der nächste Ausbruch energiegeladener Rock-Musik folgt, höre ich mir sehr gerne auch mehrmals an, das gesamte Album am Stück hat jedoch so seine Längen.

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