Anna Leong – Terrorarium

von Hififi am 15. Oktober 2008

in Musik!

Keine Ahnung was das wieder soll, zumindest dachte ich in anbetracht des Namens, bekäme ich es mit einer Singer/ Songwriterin zu tun, aber nein, es ist noch eine schwedische Band, die der Welt ein Retro-Album schenken möchte. Ok, soweit richtig, aber Anna Leong machen auf ihrem zweiten Album so viel richtig, bedienen sich an den weniger abgenudelten Schubladen und liefern mit „Terrorarium“ einen beeindruckenden Reigen an wirklich guter, anspruchsvoller Popmusik ab.

In „Sixteen White Country Boys“ beschließt ein gemeinsames Solo aus Gitarre und Hammond-Orgel den Song. Klingt blöd ist aber kurios, seit dem Wolf Parade ihr furioses „At Mount Zoomer“ auf die Welt losgelassen haben, ist mir so ein perfektes Miteinander zweier derart unterschiedlicher Instrumente nicht mehr untergekommen. Der große Unterschied ist dann allerdings, dass sich Wolf Parade größte Mühe geben, den Hörer mit scheinbaren Disharmonien zu verwirren, die verschiedenen Melodien scheinbar zusammenhanglos in der Gegend herum schwirren und „At Mount Zoomer“ erst nach einigen Durchläufen zum perfekten Album werden lässt. Bei Anna Leong geht das viel schneller, denn sie versuchen nicht zu verwirren, Filip Sunderberg, Erik Hörnsten, Jonas Bergsten und Daniel Nylén fordern vielmehr sofort zum Tanze auf. Ihre Melodien finden eigentlich sofort ein offenes Ohr, manchmal vielleicht auch zu offensichtlich, wenn z.B. „Battered, Bruised & Cold“ ein wenig zu sehr nach U2 klingt, aber schon nach zweieinhalb Minuten ein Ende findet, fällt also kaum auf. Ihr persönliches Glanzstück liefern die Vier bereits an zweiter Stelle ab, „Frightened Eyes“ ist die Sorte perfekter Song, wie sie einst Bands wie Suede oder The Feeling zustande brachten, der perfekte Bastard aus Pop und Rock also, mit Piano am Anfang und dem mit Schrammelgitarren unterlegten Refrain, der genauso gut ins Stadion passen würde. Ich bin begeistert!

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