An Early Cascade – Versus

von JonesKorn am 10. Oktober 2011

in Musik!

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Nach Demos, Spilt CD und Minialbum bringt das Stuttgarter Quintett An Early Cascade mit „Versus“ 2011 ihren ersten ausgewachsenen Langspieler unter die Leute. Und der wird einem wenig schüchtern und sehr vollmundig mit großen Vergleichen ans Herz bzw. an die Ohren gelegt.

Die Bedeutung dieser Veröffentlichung für An Early Cascade selbst wird unverblümt in Bezug zu „White Pony“ von den Deftones, „Neon Ballroom“ von Silverchair und „OK Computer“ von Radiohead gesetzt. An die ebenfalls vergleichend herangezogenen Muse musste ich tatsächlich öfters denken, außerdem habe ich bei einigen Titeln (wegen der Vocals) spontan an Alexisonfire und deren 2006er Album „Crisis“ denken müssen. Starke Worte, denen Taten folgen müssen.

Musikalisch kann das ganze im Genremix zwischen Hardcore, Alternative und Progressive angesiedelt werden. Es wechseln sich ruhigere mit nach vorne preschenden Parts ab, nachgewürzt wird gerne mit ausgeprägten instrumentalen Teilen; „In Between Mountains“ kommt sogar ganz ohne Textgewand daher. Die Variationsbreite von Sänger Maik Czyrma lässt aufhorchen, vielleicht wird in einzelnen Titeln aber doch etwas zu experimentierfreudig zwischen klarem und geschrienem Gesang gewechselt. Auch die Instrumente sowie die Produktion insgesamt machen einen guten Eindruck, man spürt, dass die Jungs bereits einige Erfahrung haben. Abgerundet wird alles von einem schönen Cover Artwork, der Digipak Variante und einem Booklet nebst Texten.

Alles in allem vielleicht ein bisschen zu verspielt, trotzdem hat das Album schon einige Runden im Auto mit mir gedreht. Und ich weiß nicht genau was, aber: es hat was. Vor allem die letzten drei Titel „Cutty Sark“, „Dead In The Water“ und insbesondere der titelgebende Track „Versus“ wissen mir zu gefallen und sollen hier gleichzeitig als Anspieltipps dienen. An die großen zitierten Namen reichen die fünf aber noch nicht heran und vielleicht definieren sie ihr eigenes Profil auch noch mal schärfer. Spannend klingt es aber schon jetzt, auch noch nach mehrfachem Hören. Und auch manche Textpassage kann durchaus tiefgründig interpretiert werden: „I am starting to release myself from the thought of being free, so I better start off getting along with my digital me.“ (aus „Digital Me“). Ich würde mich jedenfalls über ein weiteres Album freuen und bleibe gespannt, wie das dann klingen kann.

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