Amazing Baby – Rewild

von Hififi am 5. August 2009

in Musik!

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Die musikalische Vielfalt auf „Rewild“ ist ganz wunderbar und interessant schon mal eh, aber ebenso seltsam, wenn sich Dekaden die Klinke in die Hand geben und dabei eine recht eigenständige Version moderner Hippie-Attitüde zutage tritt. Greifbar sind die elf Songs dadurch nicht wirklich, der unverkennbare Stil fehlt halt einfach. Vielleicht am ehesten MGMT mit weniger Synthetik, oder Super Furry Animals mit mehr 80er-Gitarrengegniedel und intelligent arrangierten Pulp-Kompositionen.

Psychedelic-Britpop sozusagen, der nicht einmal besonders auslädt, sondern trotz aller Verspielt- und Verspultheit immer wieder eingängige Melodien findet, kurzweilig und voller Effekte. Produktionstechnisch ein Irrsinn an Delays und Reverbs, der ganz generell die Musik des Fünfers aus Brooklyn bestimmt und ein wenig verzerrt. Manchmal scheint es tatsächlich dem Ganzen ein wenig zu viel zu sein, wenn William Roans Gesang unter einer Flut wabernder Instrumente unterzugehen droht. Aber selbstverständlich liegt hier ebenfalls der Reiz und was eben noch gestört hat, geht in der nächsten Minute – oder spätestens beim nächsten Lied – wieder voll auf. Auch wenn es vielleicht ein wenig so geklungen haben mag, aber Planlosigkeit werfe ich Amazing Baby nun wirklich nicht vor, denn kompositorisch hat „Rewild“ Hand und Fuß, ganz klar. Aber überkandidelt wirkt es gelegentlich, als ob das gewisse Etwas in die Songs hinein gezwungen werden sollte. Nach dem Genuss eines Songs wie „The Narwhal“ oder „Roverfrenz“, die unverschämterweise auch noch direkt aufeinander folgen, ist jedwede Kritik sofort wieder hinfällig. Selbst wenn Amazing Baby nun wirklich nicht der Gipfel der Originalität darstellen, hat diese Art frischen Indie-Pops in meinem Herzen immer einen Platz. Ich bin allerdings sehr gespannt, ob „Rewild“ im Laufe der Zeit eher gewinnt, oder einer Eintagsfliege gleicht.

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