Alien Sex Fiend – Forum Bielefeld, 23.09.2010

von Hififi am 30. September 2010

in Feierlichkeiten

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Manchmal ist es mit sogenannten Kultbands durchaus schwieriger, als manch einer denken würde. Im Falle von Alien Sex Fiend ist es weniger „kultig“ Plastik-Totenschädel zu drapieren und nach fast dreißigjährigem Bestehen könnte Nikolas Wade seines Alters entsprechend zumindest die weiße Schminke weglassen. Aber die Fans erwarten es von ihm, wo wir wieder beim Kultstatus wären, denn solange es diese Band gibt und sie auf Tour geht, muss sie den ganzen Firlefanz durchschleppen, soviel steht fest. Ob es dem Ehepaar Wade nicht vielleicht sogar Spaß macht, lässt sich ohnedies nicht mit Sicherheit sagen.

Jetzt lässt sich aber vor allem an Christine Wade alias Mrs. Fiend sehr gut die Epoche erkennen, welcher Alien Sex Fiend entspringen und der Bandsound scheint wesentlich besser gealtert zu sein, als das Outfit der Protagonisten. Wobei Post Punk und Industrial nun einmal ebenfalls Kinder der Achtziger sind. 1982 gegründet, führten sie den Sound der damals wegweisenden Killing Joke mit dem der Sex Pistols und Joy Division zusammen. In seine Einzelteile zerlegt, wurde dies durchaus schon wesentlich besser gehört, vermengen Alien Sex Fiend ihre Einflüsse zu einem durchaus hörenswerten Cocktail, der auch gerne einmal brennend gegen Hauswände fliegt und dahin geht, wo es weht tut. Die frühen Ministry lassen grüßen, an deren „Scare Crow“ die Hälfte der Songs an diesem Abend erinnern. Fast zeitgleich angefangen (Ministry gründeten sich 1981 ein Jahr früher als Alien Sex Fiend), ist es Jourgensen gelungen ein Werk zu schaffen, welches überdauert und in seiner Andersartigkeit einmalig scheint. Kurzum: Mit den frühen Minsitry kann keiner mithalten und sollte es besser erst gar nicht versuchen. Besagtes „Scare Crow“ hat nämlich seine Längen, wiederholt repetitiv sein Gitarrenriff und langweilt nach einiger Zeit gehörig. Die Wades haben so einige Songs in petto, die nach an paar Minuten anfangen zu nerven und sich gebetsmühlenartig um sich selbst drehen.

An sich ist an den zwei Stunden kaum etwas auszusetzen, denn Nik Fiend entschuldigt sich geradezu zuvorkommend für die technischen Probleme seiner Ehegattin und vernuschelt die restlichen Ansagen so konsequent, dass sich nur die „fucks“ heraushören lassen. Durchaus nicht unsympathisch dieser Auftritt, nur die Abwechslung bleibt auf der Strecke. Die Setlist muss ich leider schuldig bleiben, denn die Alben sind derer reichlich und derer reichlich, die ich nicht kenn‘.

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