Alexi Murdoch – Towards The Sun

von Pynchon am 11. April 2011

in Musik!

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Mit einer eindringlichen, wunderschönen Stimme ausgestattet, legt der schottische Singer-Songwriter Alexi Murdoch, Filmfreunden vielleicht durch seine Songs zum Soundtrack des jüngsten Sam Mendes-Films „Away We Go“ bekannt, nach seinem Debüt „Time Without Consequence“ aus 2006 nun ein zweites Album vor, das in spröder, reduzierter Instrumentierung bemerkenswerten Akustik-Folk bietet und mich in seiner Intimität unter anderem an Elliott Smith erinnert.

Viel mehr als seine Akustikgitarre und seinen Gesang, mitunter von dezenten Pianoklängen untermalt, benötigt Murdoch nicht, um seine insgesamt sieben Songs darzubieten. Seine poetischen und einfühlsamen Texte drehen sich um Verlustängste, Einsamkeit, enttäuschte Liebe und Angst vor der Dunkelheit. Eine melancholische Breitseite, mag man befürchten, und auch wenn das durchaus stimmig ist, hat Murdochs Musik, musikalisch zurückgenommen und beinahe schüchtern präsentiert, eine Qualität und Tiefe, die jede Sentimentalität vermeidet und absolut packend ist.

“And now the ice is stirring and spring is near”, singt Murdoch im titelgebenden Opener, “There is no one calling, but the sound is clear. Though I’m not yet gone, I’m still not here.” Das sind Texte voller Zweifel, die einer existentiellen Orientierungslosigkeit Ausdruck verleihen. Was aber, sollte ich besser resümierend einwerfen, nicht bedeuten soll, dass man sich die Platte nun für die eigene Beerdigung reserviert. Und selbst wenn doch, „Towards The Sun“ hat mit seinen fein komponierten Stücken eine poetische Kraft, die einen mitnichten runterzieht, sondern eine absolut beglückende Erfahrung bedeutet.

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