Alex Amsterdam – Lonely Streets And Empty Lanes

von Hififi am 24. Februar 2007

in Hausmusik

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Es gibt im Moment viele Singer/Songwriter. Es gibt sogar welche die Erfolg haben, welche die Erfolg hatten und sich umgebracht haben und einen – den besten – der keinen Erfolg hatte und sich umgebracht hat. Damien Rice, Elliott Smith und Nick Drake. Alle Prototypen für die leisen, oft traurigen Klänge. Alex Amsterdam ist nicht traurig, macht nicht traurig, seine Lieder sind höchstens nachdenklich, scheuen nicht den Kontakt mit dem Hörer. Einer der lieber Geschichten erzählt.

Die Gitarre muss reichen, bloß nicht noch mehr Streicherbombast. Die große Dramatik findet auf diesem Debüt keinen Unterschlupf, das Leben muss ja auch nicht immer Scheiße sein. Viel ist passiert; davon erzählen diese sieben Kleinode, der musikalische Weg ist eingeschlagen, vom Leadsänger von Queen Mom zum Solokünstler. Die Verantwortung liegt nun allein auf seinen Schultern. Er macht seine Sache gut, ein angenehmer Popappeal durchzieht das Album, die leichten Melodien unterstützen den schnodderigen Gesang. Richtig toll kann er nicht singen, der Alex, braucht er auch nicht, sonst wären Songs wie „Burning My Cash“ viel zu radiotauglich, zu glatt, so bleibt das Gefühl von Herzblut, mit dem er sein Liedgut bereichert.

„Einmal im Leben kommt für jeden der Punkt an dem man weiß, wo man hin will. Und ich weiß es jetzt!“ Was erstmal wie eine Plattitüde klingt, soll wohl nichts anderes heißen, als dass sich hier jemand entschieden hat, die lange und windige Straße des Muckertums zu gehen, immer die Gitarre auf dem Rücken, dem Sonnenuntergang entgegen, um bei den Klischees zu bleiben. Alex´ kleine Tour durch die deutschen Landen sollte unterstützt werden, und mit einem Opener wie „Some Kind Of Bliss“ müssen wir uns keine Sorgen um ihn machen, das Publikum wird es gut mit ihm meinen. Seine Ziele sind ehrlich!

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 Honk März 3, 2007 um 15:53 Uhr

Ja. Angehört und für gut befunden. Den Gesang find ich im übrigen genau richtig so,
dass die Musik deshalb nicht radiotauglich sei, ist wohl eher ein Fehler der
Radiofritzen und der Grund warum ich fast nie Radio höre.

2 Sterereo April 18, 2007 um 12:48 Uhr

Mir sind gerade zwei Sachen aufgefallen.

1. Dass ich dem Alex noch überhaupt nicht an dieser Stelle gesagt habe, dass ich seine Musik mag. Wirklich nettes, schönes Singer/Songwriter Material. Außerdem steht hier noch nirgens, dass die Stimme angenehm an einen Herrn Gallagher erinnert. Das geht in Ordnung. Anspieltip auch von mir ganz klar: „Some Kind of Bliss“.

2. Das „the long and winding road“ wohl besser mit der langen und [U]kurvenreichen[/U] Straße zu übersetzen wäre. Aber das nur als Nickeligkeit unter Brüdern. 😉

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