Aereogramme – Sleep And Release (Chemikal Underground)

von am 21. November 2005

in Musik!

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Spätestens diese Platte musste den kontinentaleuropäischen Hörern glauben machen, dass Schottland nicht in dieser Welt liegt, sondern irgendwo zwischen Fegefeuer und Auenland. Opener „Indiscretion #243“ geht trotz aller Abgehacktheit, spitzen Widerhaken und merkwürdiger Schunkelmelodie noch fast als straighter Rocksong durch. Die folgenden 45 Minuten aber, bestehend aus einem wahnsinnigem, aber minutiös arrangiertem Wechselspiel aus Filmscore-Bombast und absoluter Reduktion, digital-steriler Kälte und sanft streiche(l)nder Wärme, blindwütig tobender Misanthropie und engelhafter Sensibilität, lassen den Hörer auch nach dem hundertsten Durchlauf sprachlos zurück Die Band tritt zurück, übrig bleibt eine komplexe Soundlandschaft, deren unfassbare Weltentrücktheit so richtig deutlich wird, wenn das Album an öffentlichen Plätzen wie der U-Bahn gehört wird: Niemand um einen herum kann auch nur die leiseste Ahnung haben, was da aus dem Kopfhörer kommt.

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