Aereogramme, Jupiter Jones und clickclickdecker (Visions-Party) – Forum Bielefeld, 4.11.06

von Hififi am 5. November 2006

in Feierlichkeiten

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Aereogramme geben ihr einziges Deutschlandkonzert in diesem Jahr. Das ist nun wirklich ein Grund hinzufahren, außerdem sollen clickclickdecker auch was taugen. Ein befreundeter Visions-Mitarbeiter berichtet mir von einem ca. vierstündigen Soundcheck, den Aereogramme am Nachmittag absolviert haben, denn schließlich seien sie schon ein wenig eingerostet. Die halbe Plattenfirma sei auch da.

Dann wird es voll und nervig, ich bin es leider nicht (ich meine jetzt voll, nervig bin ich ja immer) und clickclickdecker sind es auch (nervig). Wann hört dieser Deutschrock-Hype bloß endlich auf? Klar, ich gebe den Hamburgern erst gar keine Chance. Richtig, aber dazu habe ich mittlerweile keine Lust mehr. Jupiter Jones toppen das Ganze aber noch um Längen. Gröhlpunk, oder Postpunk – wer weiß das schon – aber schrecklich, soviel steht fest. Alte Freunde getroffen, Band ignoriert, GottseiDank. Warten, Umbauphase, Langeweile, Umbauphase, Langeweile, Umbauphase. Auf der Bühne stehen mittlerweile zwei imposant große Pauken, eine Schiffsglocke und anderes obskures Zeugs. Bärtige Männer huschen über die Bühne, dann wird es dunkel. Und tatsächlich: es geht los. „Black Path“ kommt an zweiter Stelle und breitet seinen ganzen pompösen Streicherbombast aus, fast wie bei Sigor Ros, nur nicht ganz so außerirdisch. Schnell fegt „Older“ die Illusion beiseite, es könnte nun die ganze Zeit beim Wohlklang bleiben. Fiese Metallriffs durchschneiden die andächtige Stimmung und Craig B schreit sich die Seele aus dem Leib. Danach wieder Wohlklang. Auch die vereinzelt eingestreuten, neuen Songs finden das Wohlwollen des Publikums. „No Really, Everything´s Fine“ erinnert an Tool, so vertrackt so merkwürdig distanziert, bis Craig B das kühle Instrumentarium erdet und mit seiner emotionalen Sangeskunst veredelt. Immer wieder Laut und Leise – das alte Spielchen – aber anders, halt gut. Postrock, Emo, Metal und noch so vieles mehr. All die ganzen Zutaten, die die Schotten so einzigartig machen. Nach einer guten Stunde ist erstmal wieder Schluss. Nach der Zugabe beginnt nahtlos der Tanzabend. Es ist immer noch zu voll. Dann wird gefahren, sonst versaut einem das tanzende Jungvolk noch den gelungenen Abend.

An dieser Stelle muss der Visions wirklich ein Lob ausgesprochen werden. Für 6 € eine Band wie Aereogramme sehen zu dürfen, ist schon groß.

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1 alex November 8, 2006 um 19:58 Uhr

aereogramme, die hätte ich auch gerne gesehn. nur wusst ich nichts von besager visions-party 🙁

hatte nur letzens etwas davon gehört, dass mono auf einer kommenden visions-party auftreten sollen. ist da wohl was dran?

2 Hififi November 8, 2006 um 22:09 Uhr

Am 19., das ist aber ein Sonntag und keine Visions-Party. Ich überlege auch, ob ich da hinfahren soll, weiß aber noch nicht wie das mit der Arbeit am nächsten Tag aussieht. Also: Definitely Maybe sozusagen. Wir können das ja mal bereden, wenn ich bescheid weiß?!

3 Starfever November 9, 2006 um 16:23 Uhr

Dem Artikel muss ich absolut zustimmen. Sowohl hinsichtlich der ersten beiden Bands, als auch in Bezug auf Aereogramme. Einfach überwältigend!

Mono kenne ich erst seit zwei Monaten. Sie haben mich aber augenblicklich überzeugt. Keine Frage, dass die Forum-Karte bereits hier neben meinem baumelt. 9 ? sind auch hier absolut in Ordnung.

Kennt jemand die Vorband „The System“ aus Slowenien?

4 Starfever November 9, 2006 um 16:24 Uhr

Rechner! Die Karte baumelt neben meinem Rechner!

5 Hififi November 10, 2006 um 12:59 Uhr

Ne, kenne ich nicht. Da bin ich ja beruhigt, dass die Karte neben deinem Rechner baumelt. Ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen.

6 Nescha November 23, 2006 um 14:48 Uhr

Ich war auch dort, allerdings hauptsächlich wegen Jupiter Jones.
ClickClickDecker hin oder her, war nett, mit ausgefallen betonungen und wortspielen,a ber jetzt nix neues oder so.
Naja Jupiter Jones fand cih super! Und jeder der sich einmal die Mühe macht genauer hinzuhören wird das Wort „Punk“ ganzs chenll wieder in die Schublade stecken. Klar die Musik, geht leicht in die Richtung (aber tut das nicht heute irgendwo jede Band?), aber im allgemeinen wird man der band nciht im geringsten Gerecht.
Zu Aerogramm is alles gesagt: Einfach Top!

7 Hififi November 23, 2006 um 17:48 Uhr

Natürlich werde ich ihnen nicht gerecht. Ich bin da auch absolut ignorant, das ist mir schon bewusst. Das ich von Jupiter Jones, deren Bandhistorie und ihrem musikalischen Hintergrund, keine Ahunung habe, gebe ich unumwunden zu. Ich habe an dieser Stelle nur meinen ersten Eindruck wiedergegeben und der war derart negativ, dass ich auch keine Ahnung mehr haben möchte. Es tut mir schon leid, wenn Leute sich daran stoßen, aber es sei gesagt, dass ich damit niemanden provozieren möchte. Aber ignorieren möchte ich sie schon (Jupiter Jones jetzt).

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