Adam Green – Sixes & Sevens

von Hififi am 21. März 2008

in Musik!

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Adam Green ist zurück mit seinem fünften Soloalbum! Herrjeh haben wir darauf gewartet, oder? Zwanzig Songs quetscht er auf eine Platte, die alle bei zwei Minuten Spielzeit liegen, was auch immer das über die Qualität von „Sixes & Sevens“ aussagen mag, ambitioniert ist das allemal. Und um jetzt keine falsche Spannung aufkommen zu lassen: 2008 braucht diesen „Larifari-Pop“ eigentlich keiner mehr. Bleibt nur die Frage: Wann merken es die Deutschen?

Adam Green verfügt in unseren Breitengraden über eine starke Lobby, davon konnte man sich im Herbst letzten Jahres auf seiner Akustik-Tour überzeugen, auf der er auch schon einige seiner neuen Ergüsse zur Diskussion stellte. So z.B. „Tropical Island“, ein Song der ganz nahtlos an seine alten Erfolge anknüpfen könnte, wenn „Friend Of Mine“ nicht schon so verdammt lange her wäre und „Tropical Island“ nicht einfach nur wie ein schlechter Rip-Off alter Glanztaten klingen würde. Allerdings versucht gleich die erste Nummer („Festival Song“) anders zu klingen, nämlich irgendwie nach Frank Zappa, oder weiß der Geier. Anders klingt das, aber gut klingt anders. „Cannot Get Sicker“ wartet dann mit einem Gospelchor auf, der mich an Nick Caves „Abattoir Blues“ erinnern lässt, selbstredend wesentlich weniger authentisch. Jetzt versucht er also auf Teufel komm raus sich neu zu erfinden und der Welt zu zeigen, dass er mitbekommen hat, dass er sich eigentlich schon mit „Gemstones“ in eine Sackgasse manövriert hat. Also gut, rechnen wir ihm diese Selbsterkenntnis mal hoch an. Aber wie soll man über ein Album voller Belanglosigkeit hinweg sehen? Einzig „Twee Twee Dee“ lässt ein wenig aufhorchen, lässt er hier doch den Crooner raushängen, der auch im größten Streicherbombast noch ein Auge für den Song behält. Seine Freundin Loribeth Capella darf dann auch mal ran, nicht etwa weil sie gut singen könnte, sondern weil sie ihn einfach so lange damit genervt hat, bis er aufgegeben hat. „Drowning Head First“ klingt dann auch so, als ob sie schon einmal ein Schlaflied für ihre zukünftigen Bambini geschrieben hätten. Die würden sich vielleicht darüber freuen, ich nicht.

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