Adam Green – Ringlokschuppen Bielefeld, 11.09.07

von Sterereo am 13. September 2007

in Feierlichkeiten

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Wie ein kleiner Lausebub schleicht sich Adam Green auf die Bühne. Irgendwie etwas neben der Spur lümmelt er sich auf den einsamen Barhocker im viel zu hellen Scheinwerferlicht. Die Augen zusammengekniffen versucht er auf seinen Schmierzettel zu sehen, wo die Songs notiert sind, die er spielen kann. Selbst die gelingen ihm nicht alle. Den Bielfeldern ist es egal.

Adam Green ist Solo unterwegs. Also nur die Gitarre und der Green. Das funktioniert nicht reibungslos. Zahlreiche Spielfehler und ungetroffene Töne später jubelt der Ringlokschuppen noch immer über jeden einzelnen Patzer. Wenn dass also die Maßstäbe sind, stellt mich auf die Bühne. Schlecht Gitarrespielen und schief singen kann ich am besten. Aber wer bin ich, dass ich hier über den Typen lästere, der den Anti-Folk ins Land getragen hat, ohne in seiner Heimat berühmt zu werden und der „months“ auf „cunts“ reimt ohne dabei rot zu werden. Adam Green ist ein Antiheld, und zwar ein liebevoller. Daher verzeiht man ihm die Ausrutscher oder die sterbenslangweilige erste Hälfte des Sets. Als die Vorbandhippies von „The Pierces“ einen Song mit dem New Yorker Schelm anstimmen und ihm somit die Arbeit an der Klampfe abgenommen wird, kommt die Wende. Endlich steht Green nur mit Mikro da und vollführt Tänzchen. Der Kerl ist eben doch ein Entertainer. Kann ihm nicht jemand den Barhocker unter Arsch wegtreten? Obwohl, dass ist bei den Zugaben gar nicht mehr nötig, denn endlich spielt er die richtigen Songs: „Blue Birds“, „Jessica Simpson“, „Hard to be a Girl“ und „Stroke on a Cock“ (diesen sogar a cappella) werden nahezu fehlerfrei gespielt und gesungen. Das sollte als erste Wiedergutmachung reichen, bis der Green endlich wieder mit Band ins Land kommt und sich auf das konzentriert, was er eigentlich viel besser kann: Unterhalten.

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1 otic September 13, 2007 um 16:31 Uhr

Schreib mal, wie die Pierces waren. Finde die Platte ja ziemlich gut…

Abgesehen davon werde ich wohl nie verstehen, wie man Mr Green auch nur annähernd spannend finden kann. Der ist das personifizierte Gähnen.

2 Sterereo September 14, 2007 um 12:07 Uhr

Achja, die Pierces. Der erste Eindruck war schonmal durchwachsen. Wie Südstaatenhippies mit Stirnband (die Damen) und Cowboyhut (der Herr) gekleidet klang das am Anfang eher noch nicht so gut. Allerdings waren die kleinen Spielereien wie Xylovon und Schellenring samt Frauenkanon recht abwechslungsreich. Als Vorband gingen die auf alle Fälle klar, trotz des 1. Eindrucks.

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