Adam Green – Minor Love

von Hififi am 7. Januar 2010

in Musik!

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Da hatte man jahrelang das Gefühl einem Adam Green kann nichts und niemand etwas anhaben, so konnte er sich zur Sicherheit immer hinter seinem Blödel-Image zurückziehen, sodass nicht nur etliche Interviews zur Farce wurden, sondern auch einige Songs. Was mit „Friends of Mine“ so vorzüglich gelang, flog ihm mit dem Nachfolger „Gemstones“ bereits um die Ohren, weil er es übertrieb und Anti Folk und Chanson nicht gut zusammengehen. „Sixes and Sevens“ war dann bereits so überkandidelt, dermaßen zwischen den Stühlen, dass man den mittlerweile 28-jährigen fast schon abschreiben wollte und es unterbewusst auch tat. Die Vorfreude auf ein Neues von Adam Green war zumindest gleich Null.

Adam Green hat im vergangenem Jahr nicht viel gelacht, nach der Scheidung von Loribeth Capella ging es nach L.A. um „mich dort mit Kokain und Huren abzulenken“, wie er in der aktuellen Januarausgabe des Rolling Stone offenbart. Was destruktiv begann, endete erfreulicherweise in einer Aufnahmesession im Haus von Noah Georgeson, der es bereits mit anderen Exzentrikern wie Devendra Banhart aufgenommen hat. Vierzehn „traurige Folksongs“ sind dort entstanden, die das erste Mal seit „Friends of Mine“ wieder wie aus einem Guss klingen, allerdings nicht immer so traurig sind, wie Green behauptet, z.B. „Lockout“ klingt wieder nach dem infantilen Knallkopf der Anfangstage. Wiederum schön zu sehen, dass auch Seelenschmerz das wahre Wesen nie völlig zerstören kann, obwohl diesem Werk sicherlich die Leidenszeit anzuhören ist. Zusammen hält die Songs doch eigentlich nur das Thema der inneren Zerrissenheit, denn „Minor Love“ klingt manchmal doch wieder wie eine Aneinanderreihung verwirrter Kinderlieder, die allerdings wesentlich geerdeter anmuten, als alles was Adam Green vorher veröffentlicht hat. Es lässt sich fast von Reife sprechen, aber auch nur fast!

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 swo Januar 7, 2010 um 18:27 Uhr

crack und nutten….sehr gut gemacht

2 Hififi Januar 7, 2010 um 21:41 Uhr

Ich wusste, dass dir das gefallen würde 🙂

3 Sterereo Januar 8, 2010 um 14:26 Uhr

Der infantile Knallkopp, auchja, was haben wir ihn geliebt. Vielleicht schaffts Minor Love ja etwas länger aus meinen Boxen zu schallen als die ein-zweimal, die ich Sixes&Sevens gehört habe. Bin mal gespannt…auch wegen Koks und Huren!

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