AD – dto.

von optera am 20. März 2006

in Musik!

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Die Band A.D. (Name des Mannes der ins Mikrofon spricht, Anthony Demore – weitere Assoziationen in diesem Zusammenhang stehen jedem frei) hatte riesiges Potential. Sie haben es nicht verdient ungehört zu bleiben! Die Musiker gehören ganz nach oben in die Liste der Könner ihrer Musik! Sie wurden nicht erhört!

AD ist verwandt mit, an dieser Stelle muss leider dieser Name fallen, Rage Against the Machine. AD klingt aber mehr nach Blues mit einer Messerspitze harter Riffs mit freaky Rockfunk Untermalung mit Sprechgesang. Alles wirkt sehr reif und versprüht dieses ich-sitze-in-einem-süßlich-verrauchten-Jazz-Keller-in-oder-im-Nirgendwo Gefühl. Der Begriff Crossover ist für diese Combo eine Beleidigung. Leider wird er immer dann gebraucht wenn Rap auf Rock trifft. Diese Sparte ist für mich aber derart negativ vorbelastet, das er hier unangebracht ist, es ist dieses Spaßgesellschaft H-Blockz Gedöns – total unlustig, da versteh’ ich keinen Spaß! Meine Meinung über Rap und HipHop ist nicht die beste, wer das Album hört wird sich dann wundern wie gut das klingen kann, wenn es handgemacht ist.

AD ist etwas für ruhige Gemüter, die auch mal Bock haben sich zurück zu lehnen, ohne den Drang durch’s Zimmer springen zu müssen, um dann im Anschluß, in benebelter erschöpfter Sauerstoffarmut, eine Revolution zu planen.

Anthony Demore lässt einen natürlich aufhorchen, der Mann hat was zu erzählen, ohne alberne Rap Allüren und dummen Beleidigungen, erzählt er von Hoffnung und dem Leben aus seiner Sicht der Dinge – Blues – Melancholie.

AD wirken relaxt mit wachem Verstand. Man fühlt den Blues, den Jazz und den HardRock, aber niemals kommt der wirkliche Ausbruch! Bis zum Exzess wird die Dynamik gehalten, aber niemals lösen sie diese Spannung auf, und das sich ziehende Kaugummi vergisst man manchmal höchstens zu kauen. Das kann einen ganz schön zur Verzweiflung bringen, wenn man Ausbrüche erwartet!

Vor zehn Jahren habe ich die vier Musiker in Enger im Forum gesehen, zusammen mit weiß-ich-nicht-mehr. Ich wollte sowieso nur AD hören und sehn!

War das eine Freude! Das Konzert werde ich in meinem Leben nicht vergessen, es war eins meiner besten überhaupt! Einige wenige bewegten sich zum tanzbaren Gemisch aus nur scheinbar einfachen Drums (Mervin Clark). Klasse wie er diese AD Stimmung vorantreibt, aber schön gemütlich mit viel Finesse. Die meisten, es waren leider nicht sehr viele, haben nur geschaut und gehört was die Jungs so machen. Den Groove überhörte niemand. Es war ein herrliches jamgefüge Feeling. Schöne Spielereien an der Gitarre (David Tarica), zum Teil wilde puschende Riffs – und richtig guter Sound. Hatte mich vor dem Konzert gefragt, wie der das wohl bei „Deadzone“ macht? Bisschen mit de’ Finger am Hals klopfen, schöner warmer MidGain und das Wah Pedal ganz langsam öffnen. Ein toller Gitarrist, nur mit Tom Morello vergleichbar. Besser? Schlechter? Anders! Der zwei Meter Basser (Aaron Keane) in Bermudashorts konnte nicht aufhören irgendwelche Akkorde auf seinem 4 Saiter flink zu zupfen – hatte ich so auch noch nicht gesehen. Tja, und Anthony Demore hat einfach den Mund nicht mehr zugemacht! Die sind auf die Bühne und er hat erzählt und erzählt und erzählt; den Knoten in der Zunge benutzt er zum sprechen – heavy!

Leider wollte diese Band niemand hören, das zweite Album, „…and the Dead will Rise“, ist ein wenig poppiger ausgefallen, das haben sie aber versucht, mit dem Song „Pop Song“, aufzulösen.

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{ 4 Kommentare… read them below or add one }

1 Marki März 31, 2006 um 18:52 Uhr

Ich kann dir nur zustimmen. Bin neulich in meiner CD Sammlung über diese beiden Kracher Albem gestolpert. Das Zeug ist auch noch nach so vielen Jahren absolut zeitlos. Sau dumpfe Gitarren wie bei Korn, Jazz wie bei Helge Schneider und ein Spannungsbogen wie ein Hochglanz Hollywood-Thriller. Wer die Chance hat: sofort reinhören, ultra Geheimtip und günstig bei ebay – weil’s keine Sau kennt

2 KLEMO August 11, 2006 um 19:06 Uhr

Moin,

ich habe AD Live in der Rotation / Köln gesehen, dass dürfte so 95-96 gewesen sein. Der Hammer kan ich nur sagen. Schade nur das der Erfolg ausgeblieben ist. Ein wichitges Stück Musikgeschichte. (Speeeeeaak)

World on Fire, world on fire, play burn higher play burn higher!!!!!

3 Aa## März 19, 2007 um 06:57 Uhr

Hallo Optera, Klemo, Marki…

checkt mal die Seite: http://www.slovo.co.uk/nommo.htm

Da ist Athony Demore mit neuen Projekten bei Slovo.

Mann kann Ihn dann Live sehen irgendwann…

In der Zeit herum als A.D ihre zwei Alben veröffentlicht haben, gab es hunderte Bands die einfach nicht irgendwo bekannt geworden sind. Nur vereinzelt Leute wie wir kennen diese Bands. Checkt mal auch Meathad oder By-Blow (3CW Records), Treacherous Human Underdogs um nur drei von vielen zu nennen wo die Band oder Projekte sich einfach aufgelöst haben.

Im Zeitalter des Internets dürfte aber eines sich verändert haben nämlich die Kommunikation zu deiner Lieblingsband ist immer da…

4 Aa## März 19, 2007 um 07:14 Uhr

…entschuldige Meatheadh heißt die Band ein Album ist protect me from what i want…

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