A Silent Express – Now!

von Hififi am 21. Juni 2011

in Musik!

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In Zeiten, in denen die Chartstürmer von Hurts viele von uns in Versuchung führen, dieser zugegebenermaßen sehr verführerischen Klänge anheim zu fallen, muss es ja praktisch Nachahmer geben. A Silent Express sei zugute gehalten, dass sie es zumeist auf eine eher dezente Art und Weise versuchen und ganz nebenbei den Stadion Rock der letzten The Killers-Scheibe kopieren.

Unter dem Banner des New Wave ist selbstverständlich so einiges erlaubt und eigentlich gar unerträgliche Schmonzetten werden mit poppigen Melodien und arschcooler Attitüde aufgewogen und blenden penetrant ihre Hörer. Das kann natürlich auch gutgehen und wenn der ein oder andere vielleicht dazumal schon gerne Duran Duran gehört hat und unseren beiden Helden um Hurts („Und das Lamm schrie HURZ!“) etwas abgewinnen kann, dann klappt’s vielleicht auch mit den vier Nachbarn. In den Niederlanden scheint es jedenfalls Menschen zu geben, die dank ihrer Kaufkraft Rik Annema (Gesang), Henk Jan Kooistra (Keyboard), Dirk Sander Kooistra (Bass) und Sanne Meems (Schlagzeug) in die Charts befördern mochten.

Auf einige Songs soll allerdings noch eingegangen sein, beginnen wir also mit dem dritten Song („Come Baby Come“). Zum ungemein geistreichen Titel wird eh besser geschwiegen und zu der Art Indie-Disco, der sich nah am Schlager bewegt, besser auch. Eine einzige Reminiszenz an alles, was in den letzten Jahren im alternativen Lager die Kasse füllen konnte, gepaart mit Stadion Rock und ABBA-Rhythmik. Das folgende „Who Are You“ mag diese These nur zu gerne unterstreichen, Dankeschön! Soul der schmierigen Sorte (selbstverständlich im Wave-Gewand dargeboten) hält „Catch You For A Ride“ bereit, wie ihn Faith No More während ihres lange anhaltenden Todeskampfes nicht halbgarer hätten servieren können.

Zwischenzeitlich gibt es zwar einige Lichtblicke zu verzeichnen, aber irgendwann hat „Now!“ jeden mürbe gedudelt und ein wenig milde gestimmt. Meine Stimmungslage konnte sich auch wieder ein wenig bessern, anfangs war ich noch etwas aufgebracht, ob der Dreist-und Einfallslosigkeit des Quartetts, mittlerweile belustigt mich dieses Album eher.

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