A Place To Bury Strangers – 27.11.10, Münster, Gleis 22

von am 6. Dezember 2010

in Feierlichkeiten

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Kurz, stark, laut: Erwartungsgemäß liefern A Place To Bury Strangers zum Jahresende die lauteste Show, die der Münsteraner Club seit einer Ewigkeit gesehen hat. Aber auch abgesehen von der gewaltigen Lautstärke nahe der Schmerzgrenze haben die New Yorker einiges zu bieten: retrofuturistische Songs, obercoole Gesten und zuckende Lichtblitze. Oliver Ackermann entwickelt und verkauft hauptberuflich Effektgeräte und ist zweifelsfrei sein bester Kunde. Schon auf den beiden bisher veröffentlichten LPs wird gehallt, gelärmt und verzerrt, dass selbst die Reid-Brüder um ihren Ruf fürchten müssten, hätten sie das ganze Noisepop-Ding mit The Jesus & Mary Chain nicht schon vor über zwanzig Jahren eingeführt. Damals zweifelsfrei mit weitaus größerem Schockeffekt. Das macht aber nichts, denn rauschunterlegte Kreissägenrocker wie „Ego Death“ oder „I Know I’ll See You“ lassen auch 2010 noch den ein oder anderen Kiefer herunterklappen. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Band kaum auf zusätzliche Elektronikspielereien einlässt, denn schließlich waren einige Remixe von regulären Albumstücken zum Teil gefragter als die Originale. Aber gut so: „To Fix The Gash In Your Head“ besitzt auch schon so mehr als genug Durchschlagskraft und muss nicht noch künstlich mit Dancebeats verpoppt werden. Nach fünfzig Minuten ist Schluss. Fast erwartet man, dass die Bühne kurz und klein geschlagen würde. Wahrscheinlich liegt Ackermann sein Equipment dafür aber viel zu sehr am Herzen. Ein wortloser Abgang ohne Zugabe tut’s auch. Kompromisslose Coolness geht genau so.

Foto: myspace.com/aplacetoburystranger

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