A Dead Forest Index – Antique

von JonesKorn am 8. August 2012

in Musik!

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Ein wenig Düsternis, und dabei geht das Herz auf. Was das brüderliche Duett aus Down Under (Melbourne) mit der EP „Antique“ als Appetithäppchen für den zum Herbst 2012 anvisierten Langspieler vorlegt, ist ganz großer Independent, der eigentlich in die frühen 90er gehört. Trotzdem, und trotz des Albumtitels, ist das aber kein Schnee von gestern.

Im Gegenteil, eine solche Bereicherung der Musikwelt habe ich lange nicht gehört. Der Opener „Distance“ ist dann auch gleich ein echter Hinhörer und das herausragende Glanzlicht dieses 5-Track Kurzspielers. Der hätte es locker in die, sagen wir mal so, Nightline auf ffn geschafft. Damals, als dieser Radiosender noch was taugte und eben solche Sendungen produziert hat. Und wenn wir schon dabei sind, vielleicht auch in die Grenzwellen. Da aber eher zu „Stella Maris“ (von den Einstürzenden Neubauten) als zum „Massaker“ (von Tommi Stumpff).

Wer mit den Neubauten oder auch Dead Can Dance glücklich wird, wird das wohl auch mit A Dead Forest Index werden. Einfach ist das alles, fast minimal, harmonisch ruhig und der oft mehrstimmige Gesang das feine Sahnehäubchen. Und dabei wird keine bunte Fröhlichkeit sondern eine unterschwellig düstere Traurigkeit, ein Hauch Melancholie verbreitet. Nichts für ein rauschendes Fest, nein, viel besser: für eine schwüle Sommernacht, einen verrauchten Club, Patschuli ist kein Muss, aber ein Kann. Jedenfalls: Musik, wie sie nicht einzigartig aber viel zu selten ist, gerade heute.

Und vielleicht höre ich das ja auch künftig einmal in meinem Lieblingsschuppen, der gerüchteweise im Oktober 2012 wieder aufmachen soll und in dem diese Musik ganz hervorragend zur Entfaltung käme.

Wenn die herbstliche LP die hier geweckten Erwartungen auch nur im Ansatz erfüllen kann, wird das ein ganz heißer Kandidat auf mein persönliches Album des Jahres.

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