2zueins – Simsalaboom

von carsten am 18. Mai 2010

in Musik!

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Reime sind so eine Sache. Natürlich kann man mit einem gelungenen Reim einen Gedanken perfekt auf den Punkt bringen und lautmalerisch abrunden: „Das ist nicht die Sonne die untergeht / Sondern die Erde die sich dreht“. Aber wenn man gedanklich mal so seine Lieblingsplatten durchgeht, dann stellt man fest, dass Reime doch eher reduziert eingesetzt werden. Und dass Reimpaare wie „Träumchen / Schäumchen“, „Tatütata / SEK“, „gammlig / rammlig“ nicht darunter sind. Sonst wären es wohl auch eher keine Lieblingsplatten und deshalb wird „Simsalaboom“ von 2zueins auch nie dazugehören.

Diese EP mit sechs Stücken und einer Laufzeit von 25 Minuten ist der neueste Beitrag zum Thema langweilige Musik für Diddlmaus-Sammler. Alles Feel Good und gar nicht so schlimm, selbst wenn die böse Freundin abserviert wird wie in „Leiden (Uh la la)“. Der Gipfel wird in „Scheißspiel“ erreicht, einem Mutmachlied für alle vom Alltag geplagten: „Und wenn du wieder mal verzweifelst und es keine Lösung gibt / Dann vergiß nicht dann vergiß nicht dass irgendjemand dich liebt“. Es ist ja gar nicht die unzweifelhaft richtige Grundaussage, sondern vielmehr die Form, die einen so mit Freundschaft, Verständnis und Gutmenschentum zustopft, dass man sich fühlt wie nach zehn Stücken Sahnetorte. So zusammgehörig wie Pur, so unzynisch wie Maffay. Musikalisch biedere Hausmannskost, die auch mal „rockt“, aber nie zu viel. Dabei verspricht der Pressetext noch „dreist-direkten“ Punkrock für das erste Stück, „Rot“. Dreist wahrscheinlich, weil das Wort „Titte“ darin vorkommt, na holla! Und direkt, weil eine E-Gitarre rumfiedelt? Da kann man sich echt nur noch an den Kopf fassen und sich fragen, ob diese Leute überhaupt schon mal MUSIK gehört haben. Wie kommt man auf solche Ideen? Ein Leben lang nur WDR 4 gehört? Würden sich Rainald Grebes „30-jährige Pärchen“ auf einen Soundtrack zum Sushi einigen müssen, einiges spricht für 2zueins. Was fehlt noch? Genau, Parteinehmen für die Kleinen und Schwachen. Na klar, findet sich auf der ersten Single, „Festnetztelefon“. Auch wenn die Ungerechtigkeit der Welt hier hinter dem privaten Glück zurückstehen muss. In der Bilanz steht auf der Habenseite lediglich das Blockflötensolo in „Der Typ hat’n Vogel“, das ist natürlich gut. Ansonsten: Die Musik ist total zum gähnen / die Texte will ich gar nicht erst erwähnen.

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