1997 – Notes From Underground

von Hififi am 13. Januar 2010

in Musik!

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Ein musikalisches Spektrum so groß wie die Sahara-Wüste nach der „Notes From Underground“ nicht klingt, werden seine Hörer doch eher von einer Flutwelle an Einflüssen und Stilarten mitgerissen. Und wie oft ist das schiefgegangen? Eigentlich doch fast immer, oder? Einen begrüßenswerten Nebeneffekt stellt dabei die Aufweichung verschiedener Genregrenzen dar, sodass es wohl heutzutage keinem Wunder mehr gleichkommt, wenn 1997 aus Chicago ihr drittes Album auf Victory Records veröffentlichen. Gerade in der Hardcore-Szene war es jahrelang nicht gerade Usus sich äußeren Einflüssen zu öffnen, aber selbst vor fast dreißig Jahren gab es Ausnahmen: Victory Records veröffentlichen 1980 die „Omega Session“ der Bad Brains. Mittlerweile ist Victory zumindest soweit im Mainstream angekommen, dass es so einige Neider auf den Plan ruft und Labelchef Tony Brummel sich einige Male vor Gericht wiederfand. Immer wieder herzerfrischend wenn gerade in der ach so unkommerziellen Punk- und Hardcorebewegung die Leute immer wieder dem schnöden Mammon hinterherklagen.

1997 sind weder Punk noch Hardcore, lassen sich aber erfrischenderweise kaum einfangen. Obwohl „Sympathy For The Living“ im Thursdayschen Sinne Emo ist, also gesungen und geschrien wird. Aber, und dass ist mit einem Songtitel wie „Wolf + Sheep“ bereits angedeutet, geht es meist darum zusammenzuführen, was landläufig eher nicht zusammen gehört. Aber zumeist dominiert der Harmoniegesang zwischen Männlein und Weiblein. Trotz alledem ist es meine Pflicht den Kram ein wenig einzuordnen, per Namedropping vielleicht: „Pagan Melodies“ spielt in derselben Liga wie Alaskas Famous Export Portugal. The Man, grundsätzlich (als Basis sozusagen) Bright Eyes, Belle & Sebastian mit der getriebenen Aufgeregtheit von Los Compesinos! Wirklich mit allem drum und dran: Bläser, Streicher, Mundharmonika, es ist einfach immer was los. Musikalisch passiert hier in 45 Minuten mehr als in 40 Jahren Rolling Stones-Historie. „Notes From Underground“ ist wie ein Solo von Jimi Hendrix: Man hat keine Ahnung wie er das macht und wird es auch nie herausfinden, aber es funktioniert. Vier Jahre Bandgeschichte, etliche Umbesetzungen und drei Alben – anscheinend haben sie es eilig und rütteln bereits jetzt an Conor Oberst’s Thron. Gut so!

Kleine spontane Umfrage: 1997 soll das Jahr einiger wegweisenden Alben gewesen sein, mir fallen nur keine ein. Ich bitte um Aufklärung!

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{ 5 Kommentare… read them below or add one }

1 otic Januar 13, 2010 um 12:59 Uhr

Radiohead – O.K. Computer
Pavement – Brighten the Corners
The Verve – Urban hymns
Mogwai – Young Team
Yo La Tengo – I Can Hear The Heart Beating As One
Morphine – Like Swimming
Portishead – dto.
The Pastels – Illumination
Teenage Fanclub – Songs from Northern Britain
Guided by Voices – Mag Earwhig
The Charlatans – Tellin‘ Stories
The Dandy Warhols – Come Down
The Wannadies – Bagsy me

…nur um ein paar persönliche Favoriten zu nennen.

2 RockinBen Januar 13, 2010 um 14:35 Uhr

Ja, und vor allem kam das Debut von Deiner liebsten Band, lieber hifif: [B]Creed[/B] haben 1997 [I]My own prison[/I] veröffentlicht 😉

Ne, jetzt aber mal im Ernst:
Blur – Blur
Oasis – be here now (wegweisend, da klar wurde, dass Oasis nicht nur Überalben machen können, sondern auch normal gute)

für die Band vielleicht wichtig:
Faith no more – Album of the year
Machine Head – The more things change
Life of agony – Soul searching sun

und und und

3 swo Januar 13, 2010 um 16:41 Uhr

und auch diese:

Morrissey ? Maladjusted

Elliott Smith ? Either/Or

Nick Cave & The Bad Seeds ? The Boatman’s Call

Trainspotting Vol.2 (O.S.T.)

4 Hififi April 15, 2011 um 07:57 Uhr

Ich lasse Portishead (obwohl ich bemerken möchte, zumindest anzunehmen, dass „Portishead“ von ’96 war) und Elliott Smith gelten. @ Benni, obwohl ich „Album Of The Year“ gut finde, ist es im Vergleich leider eher schwach. „Be Here Now“ hat Noel auf der Best of nicht einen Track eingeräumt. @ Swo: Morrissey? Da kenne ja sogar ich bessere Alben von ihm?! 😉

5 Pynchon April 22, 2011 um 01:20 Uhr

Wegweisend für mich: O.K. Computer. Danach kommt ´97 erstmal lange nichts.

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